Wirtschaft : Bankenrettung kostet Soffin 22 Milliarden Griechenland belastet deutschen Hilfsfonds

Frankfurt am Main - Christopher Pleister, Sprecher des Bankenrettungsfonds Soffin, musste schon wieder einen Fehlbetrag mitteilen: 13,1 Milliarden Euro „verlor“ der Fonds im vergangenen Jahr. Hauptgrund: Belastungen der vom Soffin gestützten Banken aus der Umschuldung Griechenlands. Ob aus dem Minus tatsächlich ein Verlust für den Steuerzahler wird, steht aber erst fest, wenn der Fonds aufgelöst wird; der Zeitpunkt ist offen. Insgesamt hatte der in der Finanzkrise 2008 gegründete Soffin, der seine Arbeit Ende 2010 eingestellt hatte, aber zum Jahresanfang 2012 reaktiviert wurde, bis Ende 2011 einen Fehlbetrag von insgesamt 22,1 Milliarden Euro angehäuft. „Der deutsche Finanzmarkt wurde erfolgreich stabilisiert. Der Soffin und die damit geschaffenen Instrumente haben sich bewährt“, sagte Pleister am Freitag.

Der Fonds beteiligt sich mit stillen Einlagen an angeschlagenen Instituten und gewährt Garantien. 2011 nahm er dafür 2,85 Milliarden Euro ein, davon allein gut eine Milliarde an Zinsen von der Commerzbank, sowie weitere Zinsen und Gebühren von anderen Instituten. Dem standen Aufwendungen von 15,95 Milliarden Euro gegenüber. Allein bei der „Bad Bank“ der Münchener Hypo Real Estate hatte der Fonds Verluste von 11,4 Milliarden Euro auszugleichen. Dazu mussten vor allem wegen des Schuldenschnitts für Griechenland auf Beteiligungen an der Commerzbank und an der WestLB Abschreibungen von 4,13 Milliarden Euro gebildet werden. Zudem musste der Soffin den Wert des Aktienpakets von 25 Prozent an der Commerzbank wegen des Kursverfalls reduzieren. ro

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