Wirtschaft : Bankenverband: Ertragsdruck zwingt zu Kooperationen Sparkassen und Volksbanken

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  Berlin (mo/dpa). Für Kooperationen und auch Fusionen zwischen Privatbanken und Sparkassen beziehungsweise Genossenschaftsbanken hat sich der Bundesverband der deutschen Banken ausgesprochen. Wie der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Manfred Weber, am Donnerstag zur Vorlage des so genannten Bankenberichtes erklärte, komme der Bündelung der Kräfte angesichts des zunehmenden Kostendrucks in der Branche besondere Bedeutung zu.

Weber erinnerte daran, dass das vergangene Jahr für die deutschen Banken eines der schlechtesten seit Bestehen der Bundesrepublik war. Der Jahresüberschuss, gemessen in Prozent der Bilanzsumme, habe sich in den vergangenen zehn Jahren fast halbiert. Diese Entwicklung treffe nicht nur einzelne Institute oder Gruppen, sondern die gesamte Kreditwirtschaft, betonte der Verbandschef. Bisher hätten Fusionen oder Kooperationen hier zu Lande ausschließlich innerhalb der drei Säulen der deutschen Kreditwirtschaft stattgefunden. „Eine solche strikte Abgrenzung der drei Gruppen der Kreditwirtschaft sollte jedoch der Vergangenheit angehören“, sagte Weber.

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) lehnte die Vorschläge der Privatbanken entschieden ab. Verbandssprecher Stefan Marotzke sagte, man sei nicht bereit, zu einer Einschränkung des Wettbewerbs zum Nachteil der Kundschaft beizutragen: „Wir fordern die privaten Banken auf, ihre Marktchancen im Wettbewerb und nicht über Strukturdiskussionen zu suchen.“ Auch beim Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) stieß der Vorschlag der Privatbanken nicht auf Gegenliebe. Man sehe keinen Nutzen für die Kundschaft, außerdem wolle man die Kooperation innerhalb der Genossenschaftsgruppe stärken, sagte BVR-Sprecher Rolf Kiefer.

„Betriebsgröße nicht optimal“

Trotz zahlreicher Fusionen in den vergangenen Jahren würden in Deutschland viele Kreditinstitute noch keine optimale Betriebsgröße aufweisen, hatte Weber argumentiert. Man hinke bei der Konsolidierung des Bankgewerbes hinterher. Zunächst müsse es um Kooperationen gehen, etwa beim Zahlungsverkehr, bei der Wertpapierabwicklung oder der gemeinsamen Kontoführung. Für Fusionen seien die rechtlichen Voraussetzungen heute noch nicht gegeben. Künftig sollte aber auch darüber nachgedacht werden.

Innerhalb der drei Banken-Gruppen hat es bereits eine Vielzahl von Fusionen gegeben. So ist die Zahl der Kreditgenossenschaften zwischen Ende 1990 und Ende vergangenen Jahres den Verbandsangaben zufolge von rund 3380 auf 1620 gesunken. Die Sparkassen verzeichneten einen Rückgang von 770 auf 535. Bei den Privatbanken war die Zahl der Fusionen auf Grund ihrer Größe geringer, das Transaktionsvolumen dagegen deutlich höher.

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