Wirtschaft : Bankenwesen: Das Internet setzt die Kreditinstitute unter Druck

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Die Übernahme der Dresdner Bank durch die Allianz wird nicht die letzte Veränderung in der deutschen Bankenlandschaft sein. Internationalisierung, ein verändertes Kundenverhalten und das Internet setzen die Kreditinstitute nach Ansicht der Deutschen Bundesbank immer stärker unter Druck. "Daher steht zu erwarten, dass der seit Jahren zu beobachtende Trend einer Abnahme der Zahl der Kreditinstitute noch an Dynamik gewinnen wird", heißt es in einer Analyse der Bundesbank. Im vergangenen Jahr schrumpfte die Zahl der Geldhäuser hierzulande um 256 oder rund acht Prozent auf 2912.

Die Ursachen dafür lagen vor allem bei den Kreditgenossenschaften. 86 Prozent der Häuser, die geschlossen wurden, fielen Fusionen von Volks- und Raiffeisenbanken zum Opfer. Damit hat sich nach Erkenntnissen der Bundesbank der schon seit 1990 anhaltende Trend bestätigt. Besonders bei Kreditgenossenschaften, aber auch im Sparkassensektor habe die Zahl der selbstständigen Institute stark abgenommen. Die Veränderungen bei den privaten Geschäftsbanken hielten sich dagegen in Grenzen.

Allerdings straffen auch die Geschäftsbanken ihr Filialnetz. Insgesamt gab es in Deutschland Ende 2000 noch 56 936 Sparkassen-, Volksbanken und Banken-Filialen einschließlich der Ableger der Postbank. Das waren 1610 weniger als zwölf Monate zuvor. Das dichteste Zweigstellennetz haben nach wie vor die Sparkassen mit einem Anteil von 39 Prozent. 37 Prozent der Filialen gehören zu den Kreditgenossenschaften. Mit den knapp 57 000 Bankstellen wird Deutschland nach wie vor von einem der dichtesten Filialnetze in Europa überzogen. 1777 Einwohner teilten sich hierzulande Ende 2000 eine Bankstelle, 52 mehr als ein Jahr zuvor. Nur in Belgien und in Österreich kommen weniger Einwohner auf eine Bankfiliale. Dagegen sind die Filialnetze in Schweden, den Niederlanden und in Großbritannien wesentlich loser gestrickt. Auf der Britischen Insel etwa teilen sich 3748 Menschen eine Bankfiliale. Dies weist auf einen noch beträchtlichen Konsolidierungsprozess in Deutschland hin. Die Bundesbank hält die Aussagekraft solcher Vergleiche aber nicht für allein entscheidend. So werden in Großbritannien zwar weniger Filialen betrieben, aber je 1000 Einwohner setzen die Geldhäuser rein rechnerisch 8,3 Mitarbeiter ein. Das sind fast so viele wie in Deutschland. Hierzulande kommen auf 1000 Einwohner 9,2 Bank- und Sparkassen-Angestellte.

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