Wirtschaft : Banker sehen kein Ende der Krise

Frankfurt am Main - Nach den jüngsten Turbulenzen auf den Märkten haben die Banken die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Kreditkrise vorerst begraben. „Die Auswirkungen der Finanzmarktkrise werden die Märkte aller Voraussicht nach auch im kommenden Jahr noch beschäftigen“, sagte Dresdner- Bank-Chef Herbert Walter dem „Handelsblatt“. Ähnlich skeptisch äußerte sich BayernLB-Chef Michael Kemmer. „Je nach Fragestellung dürfte die Krise noch sechs bis zwölf Monate anhalten“, erklärte der Landesbanker. „Für den Fall einer ungünstigeren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung auch länger.“

Die Aussagen der Topbanker kommen, nur wenige Tage nachdem die Nervosität an den Märkten neue Höhepunkte erreicht hat. So schlitterte mit Indymac der größte unabhängige Baufinanzierer der USA in die Pleite. Die Hypothekenkonzerne Fannie Mae und Freddie Mac konnten nur durch staatliche Garantien gerettet werden. Rund um den Globus brachen die Börsen ein. Dabei hatte im Mai noch vieles auf eine einsetzende Erholung hingedeutet. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hatte damals vom „Anfang des Endes der Krise“ gesprochen.

Sowohl Walter als auch Kemmer und Waas sehen in den drastisch gestiegenen Öl- und Rohstoffpreisen und den daraus resultierenden Inflationstendenzen eine zusätzliche Gefahr. „Der Ölpreisanstieg erhöht das Risiko einer weltweiten Rezession“, sagte Kemmer. Walter rechnet für den Jahresverlauf mit einer wirtschaftlichen Abkühlung – auch hierzulande. „Von einer Abkopplung Europas und Deutschlands kann nicht die Rede sein“, sagte er. 2009 dürften sich die Aussichten wieder aufhellen. Waas hingegen erwartet für das kommende Jahr eine zumindest „mühsame Konjunkturentwicklung“ – auch wenn ein Wirtschaftseinbruch nicht bevorstehe. pk/hgn (HB)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben