Wirtschaft : Banker-Tipp: Erfreuliche Quartalberichte treiben die Kurse

Vor etwa zwei Wochen begann an der Wall Street die vierteljährliche Berichtssaison. Innerhalb weniger Wochen legen mehrere Tausend Unternehmen aus allen Branchen ihre Quartalsergebnisse vor und geben einen Ausblick für die zweite Jahreshälfte. Häufig sorgen diese Berichte für neue Einschätzungen seitens der Schar der Analysten, die ihre Gewinn- und Umsatzerwartungen überprüfen und gegebenenfalls verändern. Im Zusammenspiel mit saisonbedingt niedrigen Umsätzen können sich so bei ausgewählten Aktien oder Branchen kurzfristig starke Kursbewegungen ergeben - normalerweise jedoch lösen diese keinen neuen Trend aus.

Immerhin sind die bislang vorliegenden Quartalszahlen in der Mehrzahl erfreulich. Das sorgt dafür, dass auch die Aktienmärkte insgesamt freundlicher tendieren und somit meiner Erwartung einer Sommerrallye entsprechen. Gestützt wird dieser kurzfristige Markttrend bei uns zusätzlich durch die Steuerreform, die Bundesfinanzminister Eichel - für viele überraschend - noch vor der parlamentarischen Sommerpause durchgebracht hat.

Dieses gesetzte Signal der Reformfähigkeit hat meines Erachtens langfristig positive Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Deutschland. Es ist damit zu rechnen, dass ausländische Investoren nicht nur die deutschen und europäischen Aktienmärkte (wieder) entdecken, sondern auch Direktinvestitionen in den nächsten Jahren in Angriff nehmen werden. Die Steuerreform bedeutet eine deutliche Förderung der Aktienkultur in Deutschland.

Die Steuerreform hat zwei Auswirkungen: zum Einen werden durch sinkende Steuersätze die im Inland erzielten Unternehmensgewinne erhöht, zum Anderen kann Beteiligungsbesitz in Zukunft steuerfrei veräussert werden. Hauptprofiteure dabei sind Banken und Versicherungen, die den Großteil ihrer Gewinne im Inland erzielen und zudem über umfangreiche Aktienpakete an diversen Unternehmen verfügen. Somit sind Unternehmen wie Allianz, Münchener Rück, Deutsche Bank oder Hypo-Vereinsbank echte Basisinvestments mit langfristigem Charakter. Vor allem die Versicherer sollten Sie zukaufen, denn neben den Effekten aus der Steuerreform sind grundsolide Geschäftszahlen ein überzeugendes Argument.

Lange Zeit waren die Aktien des Berliner Stromversorgers ein Ärgernis für seine Aktionäre. Nun jedoch scheint sich das Blatt zu wenden: die Aktie ist aus ihrem Abwärtstrend ausgebrochen. Ausschlaggebend hierfür sind die Aussichten auf die Übernahme eines größeren Anteils am ostdeutschen Stromerzeuger Veag, der aufgrund der Fusion RWE/VEW einerseits und der Bildung der Eon AG (Veba/Viag) andererseits zur Disposition steht. Sollte der Einstieg bei der Veag gelingen, würde die Bewag in die erste Liga der Stromversorger aufsteigen und damit den Marktwert steigern. Das würde auch eine höhere Notierung an der Börse bedeuten. Mittelfristig sollten so Kurse um 18 bis 20 Euro möglich sein.

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