Wirtschaft : Bankertipp: UMTS regt die Fantasie der Anleger an

Marc A. v. Dewitz

Vier Buchstaben, die den Telekom-Markt revolutionieren können: UMTS. Was jedoch steht hinter dieser Abkürzung? Universal Mobile Telecommunication System. Übersetzt man dies in verständliche Begriffe, so bedeutete dies: Mit dem Mobiltelefon Börsenkurse beobachten, Aktien handeln, Nachrichten senden oder empfangen, Bild- oder Filmübertragungen sehen oder ganz einfach Musik hören.

Internet und Mobilfunk verschmelzen miteinander, aus dem Handel über den Computer (E-Commerce) wird der mobile Handel per Handy (M-Commerce). Somit wird UMTS ein neuer Technologie-Standard für den Mobilfunk der dritten Generation. Bis zum Jahr 2003 sollen laut Schätzungen mehr als 200 Millionen Europäer das Internet über drahtlose, mobile Endgeräte wie das Handy nutzen. Mobiltelefone sollen für das Surfen im Internet dann beliebter sein als der Computer zu Hause. Mit dieser neuen Technik sind Datenübertragungsraten von bis zu zwei Megabite pro Sekunde möglich. Dies ist rund 200 Mal schneller als die Übertragungsrate in den heutigen Handynetzen und noch bis zu zehn Mal schneller als ein ISDN-Anschluss.

Diese erfolgversprechenden Zukunftsaussichten wollen sich die für die Vergabe der Funklizenzen zuständigen europäischen Regierungen natürlich "angemessen" vergüten lassen. Für die im Bieterverfahren versteigerten Lizenzen zahlten in Großbritannien fünf Netzbetreiber zusammen 38,4 Milliarden Euro in die Staatskasse. Für eine der vier bis sechs deutschen UMTS-Lizenzen werden sogar eher zehn Milliarden Euro gezahlt werden müssen. Dazu kommen knapp fünf Milliarden Euro für den Aufbau der erforderlichen Infrastruktur.

Der neue Standard ist auf Grund der bereits im Vorfeld der Lizenznehmer anfallenden hohen Kosten zum Erfolg verdammt. Um die teuren Lizenzen sobald wie möglich Profit bringend nutzen zu können, muss es das Ziel der Telefongesellschaften sein, die neue Technik schnellst möglich voranzutreiben und die neuen Produktlinien von Nokia, Motorola, Ericsson und Siemens mit aller Kraft zu verbreiten. Um möglichst viele Kunden für UMTS zu begeistern, ist daher in der Anfangsphase mit einer hohen Zuzahlung seitens der Telefongesellschaften zu rechnen. Auf Grund der hohen Kosten, die auf die Telefongesellschaften zukommen, sollte der Anleger sich hier auf große, finanzstarke Unternehmen wie die Deutsche Telekom konzentrieren, die das Potenzial zum europäischen Marktführer haben. Aus heutiger Sicht werden jedoch die Hersteller von Telekommunikationsgeräten (Nokia, Ericsson oder Motorola) sowie deren Zulieferer (Infineon, Lucent Technologies) die wahren UMTS-Profiteure sein.

Wer nicht an die UMTS-Story glaubt und lieber "bodenständige" Werte bevorzugt, der sollte sich bei den Maschinenbautiteln Heidelberger Druck, MAN und MG Technologies (vormals Metallgesellschaft) umschauen. Diese Branche verspricht deutliches Aufholpotenzial.

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