Wirtschaft : Bankgesellschaft Berlin AG plant nun "strategische Neuausrichtung" des Tochterunternehmens

dr

Die Pläne der Bankgesellschaft Berlin AG nach dem Tochterunternehmen Bank Girotel nun auch ihre Tochter Allgemeine Privatkundenbank AG (Allbank), Hannover, zu verkaufen, sind geplatzt. An dem Institut hält die Bankgesellschaft 99,8 Prozent. Noch am 17. November hatte der Vorstandsvorsitzende der Bankgesellschaft Berlin, Wolfgang Rupf, erklärt, man verhandele konkret mit zwei bis drei Interessenten, zugleich aber eingeschränkt: "Wir verschenken nichts."

Am Preis scheinen die Verhandlungen nun gescheitert zu sein. Zwar machte man bei der Bankgesellschaft keine konkreten Angaben zur Höhe, doch hatte Rupf im Mai dieses Jahres einen Preis von 500 Millionen Mark für Girotel und Allbank zusammen noch als "schön" bezeichnet. Die Bank Girotel wurde an die Allgemeine Deutsche Direktbank verkauft. Der Preis dürfte bei etwa 60 Millionen Mark gelegen haben. Auch den Mitarbeitern der Allbank sei von den Interessenten keine optimale Zukunftsperspektive geboten worden, sagte am Donnerstag Pressesprecher Reinhard Fröhlich.

Nun will man bei der Bankgesellschaft die Allbank "im Sinne einer strategischen Neuausrichtung restrukturieren". Dabei würden verschiedene strategische und gesellschaftsrechtliche Möglichkeiten geprüft. Ziel sei in jedem Falle eine nachhaltige Steigerung der Rentabilität der Allbank bei sozialverträglicher Umsetzung. "Für die Vorlage eines konkreten Konzeptes brauchen wir aber noch ein paar Wochen Zeit", so Fröhlich. Die Allbank mit ihren Schwerpunkten im Senioren- und im Point-of-Sale-Geschäft sowie bei Konsumentenkrediten, betrieb Ende des vergangenen Jahres bundesweit 113 Filialen und beschäftigte 1200 Mitarbeiter. Die Bilanzsumme erreichte 6,8 Milliarden Mark. Das Betriebsergebnis vor Steuern nahm in der Berichtszeit auf 30,5 (Vorjahr 20,6) Millionen Mark zu. Das Grundkapital erreichte 80 Millionen Mark. Als Dividende wurden für das Geschäftsjahr 1998 unverändert 16 Prozent ausgeschüttet.

Zu den Plänen der Großen Koalition, die Beteiligung des Landes an der Bankgesellschaft von jetzt 56,8 Prozent auf bis zu 51,1 Prozent abzubauen, erklärte Fröhlich, dies könnte die Zahl der umlaufenden Aktien (free float) erhöhen und damit positiv wirken. Die freien Aktionäre hätten in der Vergangenheit mehrfach die geringe Zahl der frei umlaufenden Aktien beklagt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben