Wirtschaft : Bankgesellschaft Berlin: Ausbau in Polen geplant

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Die Bankgesellschaft Berlin plant einen groß angelegten Einstieg in das Geschäft mit Privatkunden in Polen. So sei die Beteiligung an einer Direktbank-Neugründung, die Finanzdienstleistungen über Internet und Mobiltelefon (WAP-Handy) in Polen anbieten wird, in Vorbereitung, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bankgesellschaft, Wolfgang Rupf, in Prag am Rande der Tagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank. Es sei jedoch noch zu früh, Einzelheiten des Projekts mitzuteilen, hieß es ergänzend. Die Berliner befänden sich ferner in Gesprächen mit der Banco Comercial Portugues über eine Kooperation auf dem polnischen Markt und hätten in diesem Zusammenhang eine knapp fünfprozentige Beteiligung an der BIG Bank Gdanski erworben. Seit 1997 ist die Bankgesellschaft mit einer 100-prozentigen Tochter, der heutigen Bankgesellschaft Berlin (Polska) S.A. im Nachbarland vertreten.

Rupf erklärte weiter, dass die Bankgesellschaft ihre Position in Mittel- und Osteuropa weiter festigen wolle. Geografische Schwerpunkte seien neben Polen die EU-Beitrittskandidaten Tschechische Republik und in einer zweiten Stufe Ungarn. Dabei gehe es der Bank einerseits um das Privatkundengeschäft (Retailgeschäft), andererseits um die Rolle des kreditgebenden Finanzberaters für Firmenkunden, insbesondere bei Projektfinanzierungen, sowie um die Beratung bei der Privatsierung von Staatsbetrieben und um das Immobiliengeschäft.

Auch aus Russland habe sich die Bankgesellschaft trotz aller Probleme nicht zurückgezogen. Mit großem Interesse verfolge das Institut dort bedeutende Projekte der Öl- und Gasindustrie, für die strukturierte Finanzierungen vorgesehen seien. Daneben habe aber auch das klassische Auslandsgeschäft große Bedeutung. Lothar Wackerbeck, im Vorstand der Bankgesellschaft für den Bereich Großkunden / Ausland zuständig, verwies in diesem Zusammenhang auf den stark gestiegenen Exportüberschuss Russlands, der allein in den ersten fünf Monaten dem gesamten Staatshaushalt des laufenden Jahres entsprochen habe, und auf die um 15 Prozent gestiegenen privaten Geldanlagen in Russland.

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