Wirtschaft : Bankgesellschaft Berlin: Berlin liegt noch kein Angebot der NordLB vor

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Das Werben um die Bankgesellschaft Berlin wird nun mehr und mehr unter Zuhilfenahme der Medien ausgetragen. Nachdem die Flowers-Gruppe mit dem neuen Partner Parion überraschte und ankündigte, man habe auch die Deutsche Bank angesprochen, ist die Norddeutsche Landesbank (NordLB) aktiv geworden. Zusammen mit dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV), der Hamburgischen Sparkasse (Haspa) und der Mittelbrandenburgischen Sparkasse in Potsdam wolle man bei der Bankgesellschaft einsteigen, verkündete NordLB-Chef Manfred Bodin. Die Absicht der Gruppe war bekannt, soweit nichts Neues von der Leine. Und das Angebot läuft augenscheinlich auf eine Zerschlagung der Bankgesellschaft hinaus. Die Weberbank und die Allbank könnten verkauft werden, heißt es aus Hannover. Während sich für die Weberbank sicherlich ein Interessent finden würde, erwirtschaftet das Institut doch Dividenden von 20 Prozent, dürfte dies bei der Allbank schwieriger werden. Bereits der Vorstandsvorsitzende der Bankgesellschaft, Wolfgang Rupf, bot das Institut an, doch niemand folgte den Preisvorstellungen. Ebenfalls nicht in seinem Portefeuille haben möchte Bodin das risikobehaftete Immobiliengeschäft. Hier soll sich offenbar auch weiterhin das Land Berlin engagieren. Das Land Berlin aber hat in der Vergangenheit immer wieder deutlich gemacht, dass es einer Zerschlagung des Konzerns nicht zustimmen werde.

Und es tun sich weitere Hürden auf. Zwar soll der künftige Konzern einen Doppelsitz in Hannover und Berlin haben, der Amtssitz des Vorstandes soll aber auf jeden Falle in Hannover sein. Die Potsdamer Sparkasse soll in eine von Hamburg aus geführte Sparkasse Berlin-Brandenburg eingegliedert werden. Auch dieser Teil des Angebots dürfte auf wenig Gegenliebe bei Berlins Finanzsenatorin Christiane Krajewski (SPD) stoßen, hatte diese doch immer wieder betont, wie wichtig die Frage des Sitzes und des Erhalts von qualifizierten Arbeitsplätzen für Berlin sei. Christine Peters, Sprecherin von Krajewski, hielt sich denn auch mit einer Bewertung zurück. Ein offizielles Angebot sei noch nicht eingegangen, man verhandele mit allen Interessierten weiter.

Nicht glücklich über den Vorstoß von Bodin scheint man auch bei seinen Partnern zu sein. Sowohl Sprecher der Haspa als auch des DSGV lehnten jede Stellungnahme ab. Fragen etwa nach der Höhe der Beteiligung des DSGV blieben offen. Die Vermutung liegt nahe, dass man beim DSGV noch keineswegs Einigung über einen möglichen Sanierungsbeitrag erzielt hat.

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