Wirtschaft : Bankgesellschaft Berlin: Betriebsräte der Berliner Bank schlagen Alarm

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Die Betriebsräte der Bankgesellschaft Berlin (BGB) und der Berliner Bank haben sich in einem offenen Brief gegen das vom jetzigen Konzernvorstand der Bankgesellschaft vorgelegte Strukturkonzept gewandt. In dem Schreiben, das dem Vorstand der Bankgesellschaft, den Aufsichtsräten, den Fraktionen im Berliner Abgeordnetenhaus, den Kandidaten für den Regierenden Bürgermeister und nicht zuletzt der Arbeitnehmerschaft zugegangen ist, fordern die Arbeitnehmervertreter, dass das Konzept in der jetzigen Form nicht realisiert werden dürfe, denn es enthalte keine "ursachenadäquaten Lösungen". Die künftigen Holdingfunktionen der Bankgesellschaft würden in dem Konzept nur vage beschrieben, so der Betriebsratsvorsitzende der Berliner Bank und Mitglied des Aufsichtsrates der BGB, Bernd Reinhard. Nicht nachvollziehbar seien Äußerungen, die auf einen Verkauf oder eine Liquidierung der Marke Berliner Bank deuteten.

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Die Krise der Bankgesellschaft Berlin Die Berliner Bank als Niederlassung der Bankgesellschaft, so Reinhard weiter, habe in Bezug auf die Zins- und Provisionsüberschüsse im Vergleich zur Sparkasse die ertragsstärkere Kundschaft. Eine vom Vorstand der BGB in Auftrag gegebene Untersuchung zeige zudem, dass rund 80 Prozent der Kundschaft der Berliner Bank privatrechtlich orientiert seien. Völlig gegen den Trend der Privatisierung öffentlich-rechtlicher Aktivitäten aus Effizienz- und Kostengründen gehe der Plan, privatrechtliche Konzernteile in die Landesbank zu integrieren. Hierdurch würden Risiken der privaten Aktionäre auf die Steuerzahler, zumindest während der Gültigkeit von Gewährträgerhaftung und Anstaltslast, verlagert. Das besonders schwierige und risikoreiche Geschäft im Bereich Wholesale-Banking lasse Aspekte der Großkundenbeziehung und Möglichkeiten des internationalen Marktauftritts völlig außer acht. Von Berlins Finanzsenatorin Christiane Krajewski (SPD) verlangte Reinhard, sie müsse klarstellen, ob sie eine Veräußerung der Mehrheit an der Bankgesellschaft mit oder ohne die Landesbank Berlin (LBB) anstrebe.

Die Finanzsenatorin hatte am Wochenende bekräftigt, der Berliner Senat sei in der Frage eines Komplettverkaufs seiner Anteile von 56,6 Prozent an der BGB noch offen. Voraussetzung dafür sei aber die Wahrung der Standortinteressen. Der Hauptsitz der Bank müsse in Berlin bleiben, die Bank dürfe nicht zerschlagen werden.

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