Wirtschaft : Bankgesellschaft Berlin: Der Konzern kauft IBAG-Anteile zurück

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Die Bankgesellschaft Berlin wird die Aktien der IBAG zurückkaufen. Das Ziel sei zwar weiterhin, die Immobiliendienstleister an die Börse zu bringen und dabei strategische Partnerschaften einzugehen. Doch zunächst soll eine Neuordnung der in der IBAG gebündelten Bauunternehmen erfolgen. Hierbei sind die ersten personellen Entscheidungen gefallen. Die Leitung des Unternehmens sollen Reinhardt Gennies und Matthias von Bismarck-Osten sowie Klaus Hansen übernehmen. Vom bisherigen Vorstand bleibt Friedhelm Schaperjahn im Unternehmen, Christian Lauritzen scheidet Ende September aus.

Zum Thema Online Spezial: Finanzkrise in Berlin Unterdessen liegt Insidern zufolge ein Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young vor, das die Einzelheiten der zusätzlichen Wertberichtigungen in Höhe von 500 Millionen Mark bei den so genannten Vorratsimmobilien beziffert. Der Aufsichtsrat der Bankentochter hatte vor Kurzem den Rückstellungsbedarf für IBAG und IBG von 1,5 auf zwei Milliarden Mark angehoben. Der zusätzliche Kapitalbedarf betrifft Liegenschaften, die die IBAG in geschlossenen Immobilienfonds platzieren wollte. Doch diese Pläne wurden durchkreuzt durch die Krise der Bankgesellschaft. Sie legte die Geschäftstätigkeit der IBAG lahm, weil das vom Bankenkonzern zugesagte Eigenkapital nicht floss. Die IBAG musste deshalb Teile ihrer Bestände verkaufen. Insider sagen, dass damit eine "Verschleuderung" der Substanz einherging. Da bei solchen "Notverkäufen" selten vernünftige Erlöse zu erzielen sind, könnte dies die von den Gutachtern erwarteten Verluste verursachen. Insgesamt soll die IBAG Vorratsimmobilen im Wert von rund 2,5 Milliarden Mark besitzen. Die Mehrzahl der Immobilien sollen vermietet sein und die Kaufpreise ausreichen, um die Zinsen für deren Erwerbskosten zu decken. Bei den Immobilien handle es sich um Altenheime, Hotels, Kaufhäuser und Wohnungen. Darunter sind auch Projekte im Ausland im Wert von rund 900 Millionen Mark.

Informierten Kreisen zufolge liegt dem Gutachten von Ernst & Young keine Überprüfung der einzelnen Immobilien zugrunde. Vielmehr hätten die Wirtschaftsprüfer "pauschale Annahmen" getroffen. Denkbar sei, dass sie dabei vor allem die in Bau befindlichen Projekte im Wert herabgesetzt haben. Von dem Bestand im Gesamtwert von 2,5 Milliarden Mark sollen sich etwa 30 Prozent in einer frühen Planungsphase befinden. Das entspräche einem Wert von 700 Millionen Mark. Ob die Verluste tatsächlich drohen, ist umstritten. Die IBAG soll Projekte bisher nur dann in Angriff genommen haben, wenn Mietverträge abgeschlossen und damit die Einnahmen sicher waren.

Auch in Berlin besitzt die IBAG Vorratsimmobilien. Zu den bekanntesten Großprojekten im Wert von weit über 250 Millionen Mark zählt das KPM-Gelände nördlich der Straße des 17. Juni. Außerdem im IBAG-Bestand: das Schlachthof-Gelände in der Eldenaer Straße. Auch in Marzahl plante die IBAG ein Einkaufszentrum. Dieses Vorhaben soll nun an die "Immobilienabteilung des Otto-Versands" verkauft werden: die ECE.

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