Wirtschaft : Bankgesellschaft Berlin: Die Argumente des Klaus Landowsky

Die Bankgesellschaft Berlin hat einen Großaktionär. Das ist das Land Berlin. Aber knapp 20 Prozent des Aktienkapitals befindet sich in Streubesitz. Die freien Aktionäre sollte man in den Diskussionen über die Baustelle Bankgesellschaft nicht übersehen. Der enttäuschende Kurs der Aktie ist für sie nur ein Stein des Anstoßes. Jetzt wachsen die Sorgen, dass die Bankgesellschaft sich nicht aus ihrer Krise befreit hat und auf lange Sicht noch über faule Kredite geredet wird. Deshalb ist die Affäre nicht nur eine politisch-parlamentarische Angelegenheit. Die Aktionäre erhoffen sich jetzt Aufschluss von Bankchef Wolfgang Rupf, dessen erster öffentlicher Auftritt seit Beginn der Krise für den heutigen Montag angekündigt ist. Die Fragen liegen auf der Hand: Wie ist es um das kaufmännische Geschick einer Bank bestellt, deren Wertberichtigungsbedarf nicht zu Ende kommt? Aber auch die Frage nach der Dopperolle von Klaus Landowsky ist noch lange nicht beantwortet. Der Vorstandschef der BerlinHyp und CDU-Fraktionsvorsitzende im Berliner Senat greift gerne auf sein Lieblingsargument zurück: Die Welt solle froh sein, dass ein Banker sich auch politisch engagiere. Das ist tricky. Denn tatsächlich ist es für die repräsentative Demokratie nicht gut, wenn ihre Parlamente mehrheitlich von Lehrern und Freiberuflern besetzt sind. Landowsky verschweigt aber, was jeder weiß, dass er als Banker sich in einem Land engagiert, das Mehrheitseigner dieser Bank ist. Verwischung von Verantwortlichkeit liegt nahe. Soll Landowskys Argument überzeugen, hilft nur eines: Entweder verlegt der Banker Landowsky sein politisches Engagement nach - sagen wir - Brandenburg. Oder Berlin trennt sich von der Mehrheit an der Bankgesellschaft. Gewiss, Wunder dauern etwas länger.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben