Wirtschaft : Bankgesellschaft Berlin: Die Kreditwürdigkeit von Rupf nimmt ab - Ein Kommentar

Daniel Rhee-Piening

Am heutigen Donnerstag werden wohl weitere Vorstandsmitglieder aus dem Konzern der Bankgesellschaft ihren Rücktritt bekanntgeben. Wie üblich wird dies im gegenseitigen Einvernehmen geschehen. Der Konzern, vertreten durch den Vorstandsvorsitzenden der Bankgesellschaft Wolfgang Rupf, wird ihnen für ihren Einsatz danken - Bauernopfer eben. Aber langsam muss sich Wolfgang Rupf die Frage gefallen lassen, ob er nicht auch selbst ein gerüttelt Maß an Verantwortung trägt, ob er genügend Durchsetzungkraft beweist. Sicherlich, er wurde an die Spitze eines unter großen Mühen geschaffenen Konzerns berufen, ihm wurden politische Fesseln angelegt und die Politik hat ihm wiederholt Aufgaben vorgegeben und gleichzeitig Knüppel zwischen die Beine geworfen. Aber Rupf steht seit 1997 an der Spitze der Bankgesellschaft und er hat es in dieser Zeit noch immer nicht geschafft den Augiasstall auszumisten. Legendär schon die Schwierigkeiten mit der EDV, dann Risikovorsorge in Milliardenhöhe und nun die Unregelmäßigkeiten im Immobilienbereich. An der Börse, bei den Investoren, bei der Konkurrenz und nicht zuletzt beim Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen hat der Name Bankgesellschaft Berlin keinen guten Klang mehr.

Rupf war Aufsichtsratsvorsitzender der Fondsgesellschaft IBG. Er hätte mehr wissen können und sollen. Und er darf sich auch nicht von seinen Leuten vorführen lassen. Am 5. Februar wusste Rupf laut eigener Aussage nichts von Haftungsfreistellungserklärungen. Jetzt sind die ersten publik geworden, was drei Wochen gedauert hat. Weitere Freistellungen könnten bekannt werden. Das ist nur ein Beispiel dafür, dass die Aufräumarbeiten zu lange dauern. Zu lange angesichts der katastrophalen Lage, in der sich die Bankgesellschaft inzwischen befindet.

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