Wirtschaft : Bankgesellschaft Berlin: Die wichtigsten Begriffe

Philipp Scheffbuch

Immobilienfonds

Bei Immobilienfonds handelt es sich um Anlagegesellschaften, bei denen die Kapitalanlage im Wesentlichen aus Grundstücken und Gebäuden besteht. Immobilienfonds geben Zertifikate aus, die für den Besitzer einen bestimmten Anteil am Fondsvermögen repräsentieren. Man unterscheidet zwischen offenen und geschlossenen Immobilienfonds. Das Besondere am geschlossenen Immobilienfonds ist, dass die betreffenden Objekte in Umfang und Menge von vornherein feststehen und sich auch nicht mehr ändern lassen. Auch die Zahl der Anleger ist beim geschlossenen Immobilienfonds fest vorgegeben. Anteile werden in der Regel nur bei Neuauflage eines Fonds ausgegeben, die Laufzeit der Fonds ist festgelegt. Vorher können die Anteile in aller Regel nicht zurückgegeben werden. Bei geschlossenen Immobilienfonds beziehen die Anleger aus steuerrechtlicher Sicht Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Machen geschlossene Immobilienfonds Verluste, können die Anleger diese beim Finanzamt geltend machen. Die so genannten "Promi-Fonds" der Bankgesellschaft zeichneten sich durch hohe Verlustzuweisungen für die Anleger aus.

Mietgarantie

Die Anteilseigner eines Immobilienfonds besitzen gemeinsam eine oder aber mehrere Immobilien. Der Fonds vermietet diese Immobilien und erwirtschaftet damit Mieteinnahmen. Da der Immobilienmarkt Schwankungen unterliegt, kann die Auslastung der Immobilien genausowenig wie der Mietpreis vorhergesagt werden. Die Fondsgesellschaften wissen um das Problem und bieten den Anlegern mit der so genannten Mietgarantie deshalb eine entsprechende Sicherheit an. Den Käufern der Fondsanteile wird etwa versprochen, dass die Fondsgesellschaft 70 Prozent der Fläche innerhalb eines Jahres nach Bau zu einem bestimmten Preis vermietet hat. Diese Mietgarantie kann auch für mehrere Jahre gegeben werden. Der Käufer eines Anteils kann somit vorab schon mit einer sicheren Auschüttung (und Rendite) kalkulieren. Ein Teil des Vermietungsrisikos liegt durch die Mietgarantie somit bei der Fondsgesellschaft. Einzelne Fonds der Bankgesellschaft sind mit hohen Mietgarantien ausgestattet, die sich am Immobilienmarkt nicht erzielen lassen. Der Konzern muss also Geld zuschießen.

Rücknahmegarantie

Um die Kapitalanlage für den Anleger weniger risikoreich und damit attraktiver zu machen, garantiert die Investmentgesellschaft für ihre Fonds in seltenen Fällen die Rücknahme der Anteile. Dies kann zu einem vorab bestimmten Zeitpunkt und zu einem vorab bestimmten Preis geschehen. Geschlossene Fonds übernehmen eine solche Rücknahmegarantie in aller Regel nicht, wohl aber eine Reihe von Fonds der Bankgesellschaft Berlin. Sind die Immobilien von Anfang an zu hoch bewertet, oder verlieren sie bis zum Rücknahmetag an Wert, trägt die Fondsgesellschaft das Risiko. Sie muss unter Umständen sehr viel Geld zuschießen. Bei offenen Fonds wird der Kurs eines Investmentanteils börsentäglich ermittelt. Hierfür wird das jeweilige Fondsvermögens einschließlich des Kassenbestandes täglich zusammengezählt und durch die Anzahl der umlaufenden Anteile dividiert. Der Wert des Anteils richtet sich letztlich also nach der Summe aller aktuellen Vermögenswerte. Die Investmentgesellschaft ist zur Rücknahme der Anteile zu diesem Kurs verpflichtet.

Hausbank

Um die täglichen Finanzgeschäfte abzuwickeln, kommt heute niemand ohne feste Bankverbindung aus. Ob Privatperson, Unternehmen oder Gebietskörperschaft - alle haben eine so genannte Hausbank, über deren Konten die meisten Zahlungen laufen. Berlin hat keine Hausbank. Im Massen-Zahlungsverkehr werden Konten bei der Sparkasse, der Berliner Bank und der Postbank angegeben. Bei anderen Geldgeschäften wird das Institut gewählt, das die günstigsten Konditionen gewährt. So wurde auch der größere Teil der Kommunalkredite nicht bei der Berlin Hyp, sondern bei Banken aus dem übrigen Bundesgebiet aufgenommen.

Risikovorsorge

Kommt heute ein finanzstarkes florierendes Unternehmen zu einer Bank und beantragt einen Kredit, sieht das Kreditinstitut in dem Geschäft ein vergleichbar geringes Risiko. Das Unternehmen bekommt problemlos einen langfristigen Kredit. Gerät das Unternehmen später in Schwierigkeiten, steigt das Risko für die Bank. Weil sie jetzt den Ausfall ihrer Darlehen befürchten muss, bildet die Bank eine so genannte Risikovorsorge. Das ist eine Rückstellung, die dem Schadensfall vorgreift. Das heißt nicht, dass diese Risikovorsorge bereits verloren ist.

BAKred

Das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (BAKred) beaufsichtigt 300 Kredit- und 1000 Finanzdienstleistungsinstitute in Deutschland. Es ist die zentrale Kontroll- und Überwachungsinstanz im Bereich der Bankenaufsicht. Man könnte es sogar als eine Art Polizei bezeichnen. Jedes Kredit- oder Finanzdienstleistungsinstitut, das in Deutschland Geschäfte tätigen will, muss vorab beim BAKred eine Erlaubnis beantragen. Das BAKred überwacht insbesondere die Einhaltung des Gesetzes über das Kreditwesen. Es kontrolliert, ob die Kreditobergrenzen eingehalten werden und die Kredite mit ausreichend Eigenkapital abgesichert (unterlegt) sind. Das Aufsichtsamt kann umfassend in alle Akten der Bank Einsicht nehmen und diese Unterlagen auch von externen Wirtschaftsprüfern prüfen lassen. Bei Gefahr, etwa für die Kundengelder, kann dass Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen die Erlaubnis wieder aufheben oder die Abberufung des verantwortlichen Bankers verlangen. Werden die Vorschriften des Kreditwesengesetzes verletzt, droht beispielsweise die Überschuldung der Bank oder sind die Leiter "unzuverlässig", kann das Aufsichtsamt ein Institut auch schließen. Auch jeder in Deutschland vertriebene Investmentfonds muss vorab vom Bundesaufsichtsamt geprüft und genehmigt werden.

Gewährträgerhaftung

Landesbanken und Sparkassen haben als öffentlich-rechtliche Unternehmen ihre Besonderheiten. Der wichtigste Unterschied zu anderen Wirtschaftsunternehmen ist hier der Eigentümer. Eigentümer heißen hier Gewährträger. Die Gewährträger von Sparkassen sind meist einzelne oder auch mehrere Kommunen. Bei den Landesbanken sind es hingegen die Bundesländer und/oder die Sparkassenverbände. Die Institute haben mit den Vertretern des Staates einen starken Garanten im Rücken. Der Gewährträger muss gegenüber Dritten uneingeschränkt haften. Eine öffentlich-rechtliche Sparkasse oder Landesbank kann also nicht pleite gegen. Doch der Gewährträger trägt auch noch die so genannte Anstaltslast. Es genügt nicht, das Institut vor der Insolvenz zu bewahren. Er muss auch den Fortbestand sicherstellen, dass heißt der Gewährträger muss die nötigen Mittel für den laufenden Geschäftsbetrieb bereitstellen. Im Falle der Landesbank Berlin (LBB), zu der auch die Sparkasse gehört, ist der Gewährträger das Land Berlin.

Retail-Banking

Unter Retail-Banking verstehen die Banken das Privatkundengeschäft beziehungsweise das Mengengeschäft. Hierzu zählen auch Firmenkredite an kleine Gewerbetreibende und Handwerker. Die Deutsche Bank beispielsweise bezeichnet seit mehreren Jahren das gesamte Angebot in ihren Filialen und auch das Geschäft ihrer Direktbank als Retail-Banking. Ziel der Banken in Deutschland ist eine strengere Vereinheitlichung der Produkte. Um im kostenintensiven Massengeschäft die Rentabilität zu verbessern, dünnen viele Banken ihr Filialnetz aus. Online-Banking beziehungsweise Telefon-Banking sind nämlich günstiger als eine Betreuung in der Filiale vor Ort. Bei den Genossenschaftsbanken und im Sparkassenverbund entwicklen die Verbände standardisierte Produkte, die dann von den einzelnen Banken vertrieben werden. Auch die EDV wird in zentralen Einheiten der Verbände zusammengefasst.

Wholesale-Banking

Mit Wholesale-Banking bezeichnet eine Bank ihr Geschäft an den internationalen Kapitalmärkten. Dazu zählt der Handel mit Geld, Devisen, Aktien, festverzinslichen Wertpapieren und Kapitalmarktprodukten. Zu letzteren zählen beispielsweise Derivate, speziell Zinsderivate. Hier war die Bankgesellschaft besonders aktiv und lag im vergangenen Jahr hinter der Deutschen Bank auf Platz zwei der deutschen Rangliste. Dieses Geschäft kann sehr ertragreich, aber auch sehr risikoreich sein. Häufig wird unter dem Begriff Wholesale aber auch das gesamte Geschäft außerhalb des Retail-Geschäfts zusammengefasst; die Geschäfte mit großen Kunden also. Größere Umsätze mit nur wenigen Kunden, davon schwärmen alle Kaufleute, so auch die Banker, denn der Aufwand ist geringer. Allerdings darf die Abhängigkeit von einzelnen Kunden nicht zu groß werden.

Derivate

Im ursprünglichen Sinn werden Finanzderivate zur Kurssicherung eingesetzt. Es handelt sich hierbei um hochkomplizierte und risikoreiche Finanzierungsinstrumente. So kann sich beispielsweise ein Exporteur mittels einer Dollar-Option gegen unliebsame Kursschwankungen der US-Devise absichern. Die Gefahr liegt in den enormen Verlustrisiken, denen hohe Gewinnchancen gegenüberstehen. Die meisten Finanzderivate sind als schwebende Geschäfte nicht in der Bilanz auszuweisen. Da sie aber trotzdem finanzielle Gefahren darstellen, beeinträchtigen sie den Grundsatz der Bilanzwahrheit. In der Diskussion um Finanzderivate geht es inzwischen hauptsächlich darum, wie die Risiken begrenzt werden können. Das Derivategeschäft der Bankgesellschaft beträgt zurzeit rund 700 Milliarden Euro.

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