Wirtschaft : Bankgesellschaft Berlin: Dividende muss ausfallen

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Die Bankgesellschaft Berlin wird für das Geschäftsjahr 2000 keine Dividende ausschütten. Dem Land Berlin, das mit 56,6 Prozent Mehrheitsaktionär der Bankgesellschaft ist, gehen durch den Dividenenausfall fest eingeplante 135 Millionen Mark an Einnahmen für den Landeshaushalt verloren.

Der Konzern Bankgesellschaft teilte am Dienstagabend mit, bei der Landesbank Berlin (LBB), zu der auch die Sparkasse gehört, müssten die Wertberichtungen für notleidende Kredite von bisher 180 Millionen Euro auf voraussichtlich 360 Millionen Euro (fast 705 Millionen Mark) verdoppelt werden. Eine erweiterte Jahresabschlussprüfung, die nach dem Ausscheiden der beiden Vorstände Ulf-Wilhelm Decken und Jochem Zeelen vorgenommen wurde, habe zu diesem Ergebnis geführt. Die LBB werde deshalb keinen Gewinn an die Bankgesellschaft ausschütten. Keineswegs sicher ist aber, dass die zusätzliche Summe von 180 Millionen Euro ausreichend ist. Die Prüfungen sind noch nicht abgeschlossen. Auch das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen prüft noch. Neue Risiken sollen sowohl bei Immobiliengeschäften, bei Krediten an Unternehmen und im Privatkundengschäft aufgetaucht sein. Die Wertberichtigungen beträfen mehrere Kredite, hieß es. Der Chef der Bankgesellschaft, Wolfgang Rupf, schloss personelle Konsequenzen bei der Landesbank nicht aus.

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