Wirtschaft : Bankgesellschaft Berlin: Faustpfand Berliner Sparkasse

Daniel Rhee-Piening

Es muss eine sehr schwierige Entscheidung für die Aufsichtsräte der Norddeutschen Landesbank gewesen sein. Aus der veranschlagten Sitzungsdauer zur Beteiligung an der Bankgesellschaft Berlin von zwei Stunden wurden schließlich sieben. Doch am Schluss hat offenbar die Frucht vor der sparkassenfreien Zone Berlin überwogen. Die NordLB hat sich also entschlossen, viel Geld in die Hand zu nehmen und in Abstimmung mit dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband das rote S in Berlin zu retten. So weit war man in den Grundzügen schon vor Wochen. Die Verhandlungen versprechen denn auch sehr schwierig zu werden, denn der Teufel steckt wie so oft im Detail. Über Form und Ausmaß beispielsweise einer Kapitalerhöhung muss noch geredet werden. Dass die NordLB im Gegenzug die unternehmerische Führung verlangt, ist in Berlin bekannt. Doch wie verträgt sich dies mit der Forderung der Berliner, dass der Firmensitz in der Stadt bleiben muss? Garantiert die NordLB wirklich, dass es nicht zu einer Zerschlagung des Konzerns kommt, wie es sich die Beschäftigte erhoffen? Geht ihr Engagement womöglich nicht auf Kosten des privatrechtlichen Teils der Bankgesellschaft? Es wäre fatal, würde die Marke Berliner Bank der Sparkasse geopfert. Die NordLB spielt wie übrigens auch der Anteilseigner Parion auf Zeit. Man hofft, dass der Druck auf die Politik zunimmt, endlich eine Lösung für die Bankgesellschaft zu finden. Doch Berlin hat in der Sparkasse ein wirkliches Faustpfand, das es einzusetzen gilt. Schließlich könnte man sich doch auch eine private Bank als Eigner der Filialen der Berliner Sparkasse vorstellen. Die Kunden würden kaum darunter leiden.

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