Wirtschaft : Bankgesellschaft Berlin: Geschlossene Fonds können gefährlich werden

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Kein Tourist, der nicht das Hotel Adlon am Pariser Platz kennt. Kaum einer weiß aber, dass das Geld für den Neubau von Anlegern eines Geschlossenen Immobilienfonds kam. So ist auch das Airport Büro Center finanziert. Daran kommt man auf dem Weg von Mitte zum Flughafen Tegel vorbei. Der Unterschied? Beim Adlon ging alles verhältnismäßig gut, beim Airport Center mussten die Anleger wie bei vielen anderen Fonds in den neuen Ländern bluten. Denn: Geschlossene Fonds sind keine Kapitalanlagen für schwache Nerven - und wer einmal drin steckt, der kommt so leicht nicht mehr raus. Nur bei Fonds der Bankgesellschaft (BGB) ist das anders.

Anleger bei Geschlossen Immobilienfonds müssen immer fürchten, dass der Mieter nicht oder nicht genug zahlt. Denn dann bekommen sie keine "Ausschüttungen", also keine "Zinsen" für ihr Geld. Nicht so bei den BGB-Fonds. Hier mietete die BGB pauschal alle Immobilien an. Der Anleger muss also kaum mit Ausfällen rechnen. Die BGB garantierte ihm auch eine Rücknahme der Fondsanteile nach 25 oder 30 Jahren. Keine Risiken nirgends also? Doch, Ende 2000 tauchten gleich Milliarden auf. Strittig ist aber, ob die Immobilien-Manager damit nicht einfach nur ihren Chefs, den Bankern, bange machen wollten, um dadurch ihre Eigenständigkeit von der BGB zu erlangen. Das jedenfalls erfolgte durch die Gründung einer selbständigen Aktiengesellschaft, der IBAG. Dort sind heute die Immobilietöchter der BGB untergebracht. An der IBAG ist die BGB zwar noch beteiligt, aber nur so lange bis sich Investoren für die AG gefunden haben. Und durch dieses Manöver konnten die Banker zur Deckung der angeblichen Risiken der Fonds über eine Milliarde Mark zusätzlich mobilisieren.

Ist dieses Geld erforderlich? Sicher ist, dass die alten Fonds bei der BGB bleiben. Diese haftet also weiter. Muss die Bank nun den Milliarden-Betrag nicht für Mietausfälle ausgeben, dann kommt das Geld mit Zinsen ihrer Bilanz zugute. Die Verwalter der Fonds beziffern die Leerstände ihrer Immobilien mit einem bis fünf Prozent im Schnitt. Das spräche für die Solidität der Modelle. Auch die große Zahl von Immobilien und deren Auswahl - eine Mischung aus Wohnhäusern, Kaufhallen, Bürohäusern, Lagerhallen - minimiert das Risiko. Damit ähneln die BGB-Fonds eher offenen Immobilienfonds, die ihren Anlegern seit Jahren sichere, aber schmale Renditen bescheren.

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