Wirtschaft : Bankgesellschaft Berlin: Hauen und Stechen hinter den Kulissen

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Hauen und Stechen herrscht offenbar hinter den Kulissen der Bankgesellschafts-Gruppe (BGB). Die Vorstände der aus der BGB ausgegründeten Immobiliengesellschaft IBAG haben den langjährigen Fonds-Profi und Geschäftsführer der Fonds-Tochter IBV, Mathias Troger, entlassen. Streit gibt es dem Vernehmen nach ferner über die Abschlussbilanz der IBG für das vergangene Jahr; die IBG ist die Vorgängerin der IBAG und verwaltet noch heute die umstrittenen Geschlossenen Immobilienfonds der Bankgesellschaft. In den Differenzen der Geschäftsführung mit den Wirtschaftsprüfern geht es offenbar um die bereits in dieser Zeitung aufgeworfene Frage, inwieweit die hohen Milliarden-Rückstellungen echte Risiken der Fonds decken oder eher der Bilanz der BGB als stille Reserve dienen sollen.

Auf Anfrage des Tagesspiegels räumte der Geschäftsführer der IBG-Alt, Hans Görler, ein: "Es wird mit den Wirtschaftsprüfern natürlich auch der Rückstellungsbedarf diskutiert, aber es ist ein undramatischer Vorgang." Nähere Details über "betriebsinterne Vorgänge" verriet Görler nicht. Der Jahresabschluss der IBG werde "termingemäß" Ende März vorgelegt. Görler stellte weiter klar, dass die Diskussion um das Ergebnis "seiner" Gesellschaft "überhaupt nichts mit den Freistellungserklärungen zu tun hat". Die Geschlossenen Fonds der BGB-Gruppe waren ins Gerede gekommen, weil wohl nicht vermögende Personen als "persönlich haftende Komplementäre" eingesetzt wurden und Bankvorstände ihnen Schreiben zur Freistellung von eben dieser Haftung ausstellten. Seither ist unklar, ob die Finanzämter die Fonds nun als "gewerblich" einstufen und damit eine andere - möglicherweise höhere - Besteuerung die Folge wäre.

Der "Kopf" hinter der Konstruktion der Fondsmodelle, IBV-Geschäftsführer Matthias Troger, bekam unterdessen seine Kündigung von seinen neuen Chefs. Seit Januar sind das die IBAG-Vorstände Rüdiger Schaperjahn und Christian Lauritzen. Troger hat dem Vernehmen nach Einspruch gegen die offenbar rechtlich nicht haltbare Kündigung eingelegt. Kenner der Branche kommentieren die Maßnahme als "kapitale Dummheit". Denn auch nach der Ausgründung der IBAG erhofft sich die Bankgesellschaft von ihr weiterhin hohe Fondsumsätze, um an deren Finanzierung zu verdienen.

Wie einem Vorstandspapier zu entnehmen ist, spekulieren die Banker auf Umsätze von jährlich drei Milliarden Mark. Ob der IBAG dies auch ohne das "Aushängeschild" Troger gelingen kann, stellen Beobachter in Frage. Die Kündigung scheint jedenfalls das Ergebnis eines Machtkampfes zwischen dem neuen Führungsduo Schaperjahn/Lauritzen und dem bewährten Troger zu sein. Er sollte eine Schlüsselstellung in der neuen IBAG bekommen.

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