Wirtschaft : Bankgesellschaft Berlin: Kommentar: Werben um die Bankgesellschaft

Daniel Rhee-Piening

Berlins Finanzsenatorin Christiane Krajewski ist bei der Sanierung der Bankgesellschaft einen Schritt weitergekommen. Offizielle Gesprächspartner sind nicht mehr nur die NordLB und die Sparkassen, sondern nun auch eine private Investorengruppe um den US-Banker Chris Flowers. Weitere Interessenten könnten folgen. Das treibt nicht zuletzt den Preis in die Höhe. Doch Kasse zu machen, so wichtig das ist, kann nicht das einzige Kriterium für einen Zuschlag sein. Die Finanzsenatorin hat bereits gesagt, dass sie immer das Wohl des Landes Berlin im Auge haben werde. Zunächst lässt sich feststellen: Die Zusammensetzung der Flowers-Gruppe garantiert internationale Erfahrung und Renomee. Die Übernahme der angeschlagenen Long-Term-Credit-Bank dokumentiert Wagemut und der Erfolg in Japan zeigt, dass die Investoren etwas vom Investmentbanking und vom Immobiliengeschäft verstehen. Aber werden bei der Aufzählung all dieser Pluspunkte nicht zwei Interessengruppen vergessen? Viele Kleinaktionäre erwarten ein Abfindungsangebot. Und nicht wenige Kunden der Berliner Bank oder der Sparkasse fühlen sich ebenfalls vernachlässigt. Kennen die internationalen Investoren den lokalen Berliner Markt? Was verstehen sie vom Privatkundengeschäft in Berlin? Vielleicht sind die Bedenken unbegründet. Aber das weiß heute niemand. So betrachtet hätte die Einbindung der Berliner Sparkasse in den Deutschen Sparkassen- und Giroverband sicherlich auch ihre Vorteile. Selbst dann, wenn die Kunden bei einem Verkauf an die Flowers-Gruppe nicht fürchten müssen, dass ihnen in der Sparkassenfiliale ein "Nice to meet you" entgegenschallt.

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