Wirtschaft : Bankgesellschaft Berlin: Kommentar: Zurück zur Berliner Bank

Ursula Weidenfeld

Die Bankgesellschaft wird wieder das, was sie einmal war. Eine Regionalbank. Das sei die einzig erfolgversprechende Strategie, haben die neuen Chefs der Bank ihren Mitarbeitern und ihrem Aufsichtsrat erklärt. Sie haben Recht. Die Rechnung für den Ausflug in die Hochfinanz bezahlt das Land Berlin mit einer Kapitalspritze von 1,75 Milliarden Euro und der Übernahme von Immobilienrisiken von 3,73 Milliarden Euro bis 2030. Und die Mitarbeiter: Sie sollen sich mit 300 Millionen Euro am Gesundsparen beteiligen.

Der Sanierungsplan steht, und wenn er so umgesetzt wird, wie er sich im Entwurf liest, stehen die Chancen gut, dass die abgespeckte Berliner Bank erfolgreich wird. Zwar vernichtet die Bank in diesem Jahr auch im operativen Geschäft noch einmal 100 Millionen Euro. Doch verglichen mit den Verlusten der letzten Jahre ist sie auf dem richtigen Weg. Die Sanierung kann allerdings nur dann gelingen, wenn die Kunden schnell wieder Vertrauen in die Bank gewinnen. Und dazu ist es wichtig, dass das Haus schnell verkauft wird. Nur dann wird die Trennung zwischen Politik und Geschäft, die in der neuen Organisationsstruktur der Bank beschlossen ist, auch nach außen verbindlich. Die Neigung des neuen Senats, das Haus jetzt zu verkaufen, ist jedoch nicht besonders stark ausgeprägt - vor allem, weil die neue Regierung hofft, dass die Bank bei einem Verkauf in ein paar Jahren einen besseren Preis bringen wird. Das kann schon sein: Bankwerte werden im Augenblick generell nicht besonders hoch gehandelt. Und bei der Bankgesellschaft gibt es noch einmal einen drastischen Abschlag. Doch sollte sich der Senat nicht noch einmal auf die Wette einlassen, dass eine Bank im Landeseigentum eine gute Geldanlage ist.

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