Wirtschaft : Bankgesellschaft Berlin: Rupf sucht Investor für Landesbank

Die Bankgesellschaft Berlin sucht einen Investor für ihre Landesbank. Wie Vorstandssprecher Wolfgang Rupf der "Berliner Morgenpost" sagte, soll noch im ersten Halbjahr 2001 ein Finanzkonzern im In- oder Ausland gefunden werden, der bei der Landesbank Berlin einsteigt. Die Bankgesellschaft Berlin brauche zum Fortgang der Geschäfte frisches Kapital in Höhe von einer Milliarde Euro (rund zwei Milliarden Mark), sagte Rupf. Im vergangenen Jahr habe der Konzern einen Verlust von ungefährt 800 Millionen Euro erzielt.

Die Investoren könnten, wie der Vorstandssprecher sagte, "mit stillen Beteiligungen oder offen als neue Anteilseigner Kapital einbringen." Die Landesbank, die gegenwärtig das gesamte Retailgeschäft des Konzerns mit rund drei Millionen Kunden bündelt, sei für Investoren am interessantesten. Als mögliche Interessenten nannte Rupf die Deutsche Bank 24, die Münchner Hypo-Vereinsbank, den Versicherungskonzern Allianz, die holländische ING oder die US-amerikanische Citibank. Ein Partner könnte aber auch eine andere Landesbank sein, räumte Rupf ein.

Genaue Zahlen über die Geschäftsergebnisse aus dem vergangenen Jahr sollen mit der nächsten Bilanz bekanntgegeben werden, die Ende Juni oder spätestens Anfang Juli vorliegen soll. Die Hauptversammlung ist auf Ende August einberaumt. Als Hauptursachen für die Finanzlücken nannte Rupf Probleme mit Kreditnehmern und Immobilienfonds. Das laufende Jahr werde "ebenfalls eng". Der Vorstandsprecher der Bankgesellschaft geht von einem Betriebsergebnis vor Risikovorsorge von ungefähr 700 Millionen Euro aus. Für Risiken im Kreditgeschäft müssten vielleicht 400 Millionen Euro zurückgestellt werden.

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