Wirtschaft : Bankgesellschaft Berlin: Schuldige gesucht

Auf der Suche nach Verantwortlichen für das schlechte Ergebnis der Immobilien-Tochter IBG der Bankgesellschaft sind die neuen IBG-Geschäftsführer Bernhard Stöckigt und Wilhelm Schmalfuß fündig geworden: ihre Vorgänger Manfred Schoeps und Hans Görler seien "Managementfehler in Bereich Objektankauf sowie bei der Behandlung problematischer Objekt- und Mietsituationen" unterlaufen. Ihren Vorgängern kreiden die neuen Chefs ferner "Verluste aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in erheblicher Höhe" an. Diese betragen dem Jahresabschluss zufolge rund 145 Millionen Mark, Sonderfaktoren wie die Vorsorge für Risiken für Mietgarantien aus vergangenen IBG-Fonds-Geschäften nicht mitgerechnet. Konkrete Beispiele für die Management-Fehler ihrer Vorgänger nennen die neuen Chefs nicht.

Dagegen bescheinigen die Wirtschaftsprüfer der BDO der ehemaligen IBG-Leitung ein "Überwachungssystem in geeigneter Weise eingeleitet" zu haben, um "Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig zu erkennen." Die BDO empfiehlt sogar, "Teile dieses Systems nach der Umstrukturierung der IBG zu übernehmen". Diese Feststellungen stehen im Widerspruch zu den oben erwähnten Versäumnissen.

Weiter verweisen die neuen IBG-Chefs auf eine "drastisch" veränderte Risikolage bei der IBG. Diese belastet deren Bilanz mit rund zwei Milliarden Mark. Die hohen Rückstellungen hatte das Bundesaufsichtsamt für Kreditwesen verlangt, weil die Bankgesellschaft Anlegern bei Fonds ihrer Tochter IBG Einnahmen garantiert hatte. Akut benötigen die Fonds-Verwalter diese Rücklage nicht: Es sei bisher nur zu geringen Ausfällen von Mieteinnahmen gekommen: Der Leerstand aller Fonds-Immobilien betrage im Schnitt 3,5 Prozent. Die Rückstellungen sollen aber mögliche künftige Risiken abdecken. ball

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