Wirtschaft : Bankgesellschaft Berlin: Tochterunternehmen IBAG offenbar unverkäuflich

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Auf der Agenda des heutigen politischen Spitzengesprächs über die Bankgesellschaft Berlin (BGB) stehen offenbar die Schwierigkeiten beim Verkauf der IBAG und Szenarien für die Rückabwicklung des Unterfangens. Wie aus wirtschaftspolitischen Kreisen zu hören ist, sind die Anteile der vor Jahresfrist aus der BGB ausgegründeten Immobiliengesellschaft unverkäuflich. Wie berichtet, sollte die Investmentbank JP Morgan im Auftrag der BGB Investoren finden, um so rund 1,12 Milliarden Mark zur Deckung von Risiken bei den Immobilien-Engagements der BGB zu erlösen. Kommt das Geschäft nicht zustande, wird die Bilanz der BGB schlechter als erwartet ausfallen. Am heutigen Spitzengespräch sollen neben dem Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) die Aufsichtsräte der BGB - Finanzsenator Peter Kurth und Wolfgang Branoner (beide CDU) - sowie LBB-Aufsichtsrat Peter Strieder (SPD) und BGB-Chef Wolfgang Rupf teilnehmen.

In der Gesellschaft IBAG sind seit Ende 2000 ein gutes Dutzend Immobilien-Unternehmen zusammengefasst. Diese standen zuvor im Eigentum der BGB. Mit Gründung der IBAG reduzierte sich der BGB-Anteil auf zehn Prozent. Die übrigen 90 Prozent gingen an eine Gesellschaft namens "Greico" und sollten von der Investmentbank JP Morgan an Investoren verkauft werden. Nur ein kleiner Teil im Wert von rund 300 Millionen Euro konnte bislang von JP Morgan verkauft werden.

Die Erlöse aus dem Geschäft benötigt die BGB, um Rückstellungen für Risiken aus ihren Immobilien-Geschäften zu bilden. Wenn nun der IBAG-Verkauf nicht stattfindet, könnten die fehlende eine Milliarde Euro die BGB in die Verlustzone rutschen lassen. Denn das vorläufige Geschäftsergebnis betrug 762 Millionen Euro, von der eine Risikovorsorge von 680 Millionen Euro abgeht. Nicht auszuschließen ist aber, dass die Höhe der Risiken noch einmal von den Wirtschaftsprüfern korrigiert werden.

Von den Immobiliengeschäften profitierte die BGB besonders durch den Vertrieb von Geschlossenen Immobilienfonds im Wert von jährlich rund drei Milliarden Mark. Dass die BGB-Vorstände dem Verkauf ihrer Immobilientöchter zustimmten, lag an den kurzfristig höher bewerteten Risiken der Immobilienfonds. Da die Bank für Mietausfälle haftet, musste sie für diese Risiken Vorsorge treffen. Die Mittel dazu sollten aus dem Verkauf der IBAG kommen. Unterdessen brach infolge der Diskussion um die BGB der Fondsverkauf seit Beginn des Jahres - wie bei der IBAG-Tochter IBV zu hören ist - um knapp 40 Prozent auf 34 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein.

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