Wirtschaft : Bankgesellschaft Berlin: Wirtschaftssenator sieht Berlin auf Wachstumskurs

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Nach Einschätzung von Wirtschaftssenator Wolfgang Branoner ist die Entwicklung in der Stadt "trotz der gegenwärtigen öffentlichen Diskussion weiter aufwärts gerichtet". Branoner führt als Belege für seinen Optimismus die "Expansion unternehmensnaher Dienstleister" sowie "kräftige Auftragssteigerungen" in der Industrie an. Zum ersten Mal seit zehn Jahren würden die Industriebetriebe der Stadt wieder mehr Arbeitskräfte einstellen als entlassen, teilte die Senatsverwaltung für Wirtschaft in ihrem jüngsten Quartalsbericht mit. Die Arbeitsmarktzahlen sehen indes keineswegs erfreulich aus. Zuletzt registrierten die Statistiker in Berlin 272 300 Arbeitslose, 500 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl wurde wesentlich geschönt durch die arbeitsmarktpolitischen Instrumente der Arbeitsämter: Im April nahmen 51 400 Berlinerinnen und Berliner die Leistungen der Arbeitsförderung in Anspruch, das waren 1400 mehr als vor einem Jahr.

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Sind Neuwahlen fällig? Gleichwohl meint Branoner, "die wachsende Zahl der Dienstleister und die Aufbruchstimmung in der Medien-, Werbe- und IT-Branche bestätigen Berlin als spannenden, schnellen und kreativen Ort, wo es sich lohnt zu investieren". Über die Konzentration auf Spitzentechnologien "sind wir auf dem besten Wege, den Wirtschaftsstandort Berlin international zu positionieren", erklärte Branoner laut Pressemitteilung. Die aktuelle Konjunkturschwäche führt der Senator auf die Energieverteuerung sowie das schleppenden Wachstum in den USA zurück. Die privaten Konsumausgaben seien durch die höheren Preise für Öl, Gas und Benzin "stärker gedämpft worden als erwartet". Entsprechend mäßig entwickelte sich das Geschäft im Einzelhandel. "Den entsprechenden Vorjahresstand unterschritten die Verkaufsziffern in den ersten drei Monaten 2001 zusammengenommen preisbereinigt um ein Prozent (Deutschland: 0,5 Prozent)", heißt es im Wirtschaftsbericht. Positiv sieht immerhin die Berliner Gründerszene aus: Die Zahl der Gewerbeanmeldungen überschritt die der Abmeldungen im ersten Quartal "schätzungsweise um 800".

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