Wirtschaft : Bankgesellschaft: Der Komplex IBAG/IBG

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Die Risiken im Immobilienbereich der Bankgesellschaft Berlin, für die das Land Berlin in dieser Woche eine Garantie übernommen hat, werden gegenwärtig auf bis zu drei Milliarden Mark geschätzt. Gebündelt sind diese Risiken zum allergrößten Teil bei der IBAG/IBG, den Immobiliendienstleistungsgesellschaften der Bankgesellschaft. Die Immobilien- und Baumanagement (IBG) legte vor allem ab 1995 in großem Stil Immobilienfonds auf, und warb mit außergewöhnlichen Konditionen um das Geld gutverdienender Steuerzahler. Bislang wurden rund 50 Publikumsfonds aufgelegt. Doch die Risiken aus Mietgarantien bis zu 30 Jahren und Höchstpreisgarantien wuchsen atemberaubend schnell. Eine Ursache: Der Einbruch des Immobilienmarktes in den neuen Bundesländern. Schon Ende des Jahres 2000 erreichte die Risikovorsorge fast eine Milliarde Mark, die aber bei weitem nicht ausreichend erschien. Im Konzern Bankgesellschaft suchte man nach einer Notlösung. Es war die Geburtsstunde der IBAG. Die Immobilien und Beteiligungen AG (IBAG) wurde zur Jahreswende 2000/01 gegründet. Sie übernahm das operative Geschäft der IBG ohne die Risiken. Zunächst wurde die IBAG an eine internationale Investorengruppe auf den Cayman-Inseln verkauft, finanziert mit Krediten der Bankgesellschaft. Mit den Erlösen des Verkaufs sollten die Risiken bei der IBG gedeckt werden. Auf Druck des Bundesaufsichtsamtes für das Kreditwesen musste dieses Geschäft jedoch wieder rückgängig gemacht werden. Nun lagen alle Risiken wieder bei der Bankgsellschaft.

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