Wirtschaft : Bankgesellschaft droht höherer Verlust

fmd/HB

Die Bankgesellschaft Berlin AG wird in diesem Jahr möglicherweise operative Verluste einfahren. Die wurden von den privaten Interessenten Christopher Flowers und der US-Gesellschaft Texas Pacific Group in ihren Kaufgeboten offensichtlich aber bereits berücksichtigt. "Beide Interessenten hatten Zugang zu den sensiblen Daten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein weiterer Fehlbetrag eine Überraschung für beide darstellt", sagte ein Aufsichtsrats-Mitglied dem Handelsblatt. Beide hätten zudem signalisiert, dass sie nicht damit rechnen, einen "besenreinen Laden" zu bekommen. Es werde allerdings noch "einen Poker" zwischen Senat und den Investoren darum geben, wie weitere Risiken geschultert werden sollen.

Mit Berufung auf Bankenkreise berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", dass die krisengeschüttelte Bankgesellschaft in diesem Jahr voraussichtlich einen Verlust von 200 Millionen bis 250 Millionen Euro im operativen Geschäft verbuchen werde. Aufsichtsratskreise wollten diese Zahlen nicht bestätigen, hielten sie aber auch für "nicht unwahrscheinlich". Am kommenden Dienstag wird der Aufsichtsrat über die Geschäftslage des Unternehmens informiert. "In der Bankgesellschaft ist man nie vor Überraschungen sicher", sagte ein Aufsichtsrats-Mitglied. Klar sei, dass im vergangenen Jahr "herbe Verluste eingefahren" wurden, obwohl das Land die Gesellschaft von den Immobilienrisiken abgeschirmt habe. Neben den beiden Privatinvestoren gehört nach wie vor der öffentlich-rechtliche Sektor unter der Führung der NordLB zu den Bewerbern um die Bankgesellschaft, es wurde allerdings noch kein konkretes Übernahmeangebot vorgelegt. Doch ob es überhaupt zu einer Privatisierung der Bankgesellschaft kommt, steht noch nicht fest. Der neu gewählte Berliner Senat hat sich mit Finanzsenator Thilo Sarrazin dazu noch kein endgültiges Urteil gebildet.

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