Wirtschaft : Bankgesellschaft kommt mit Sanierung voran

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Berlin Die Bankgesellschaft Berlin hält an ihrem Ziel fest, für das Jahr 2004 ein Vorsteuerergebnis von 100 Millionen Euro auszuweisen. Das zweite Quartal hat dazu beigetragen, dass das Ziel erreicht wird: Das Betriebsergebnis nach Risikovorsorge stieg im Vergleich zum ersten Quartal um 51 Millionen Euro auf 80 Millionen Euro, teilte das Institut am Donnerstag in Berlin mit. Nach Steuern erhöhte sich der Gewinn um 50 Millionen Euro auf 56 Millionen Euro. Damit verzeichnete das Institut das beste Quartal in der dreijährigen Sanierungsphase – ohne Berücksichtung von Sondereffekten.

Die Bankgesellschaft war vor drei Jahren durch riskante Immobiliengeschäfte in ihrer Existenz bedroht. Nur durch milliardenschwere Hilfen des Landes wurde das Überleben gesichert. Brüssel genehmigte die Beihilfen unter der Maßgabe, die Privatisierung bis 2007 zu vollenden.

Schlechter sieht es bei der Bank aus, wenn man die ersten sechs Monate mit dem Vorjahresergebnis vergleicht. Das wird dem Institut zufolge aber vom Verkauf der tschechischen Bank Zivnostenska Banka verzerrt, der 2003 einen außerordentlichen Ertrag von 91 Millionen Euro brachte. Für das erste Halbjahr wies der Konzern unter dem Strich 62 Millionen Euro Gewinn aus. Im Vorjahr waren es 134 Millionen.

Wieder Geld verdient die Bank mit der Immobilienfinanzierung. Das Vorsteuerergebnis lag bei sechs Millionen Euro – nach minus 22 Millionen Euro Mitte 2003. Kräftig zugelegt hat das Geschäft mit Privatkunden. Das Ergebnis vor Steuern stieg hier von 39 auf 62 Millionen Euro. Auch wenn die Sanierung vorangekommen ist, muss sich die Bank im Markt stärker beweisen. „Die Bankgesellschaft hat noch eine anspruchsvolle Wegstrecke vor sich“, sagte Vetter dem Handelsblatt. Denn das relativ gute Abschneiden des Instituts ist im Wesentlichen noch ein Ergebnis großer Sparbemühungen.

Eine Herausforderung kommt auf das Institut, an dem das Land 81 Prozent hält, im zweiten Halbjahr zu. Die Investitionsbank Berlin, die im ersten Halbjahr einen Ergebnisbeitrag vor Steuern von 30 Millionen Euro erbrachte, wird ausgegliedert. Die Ergebnisprognose des Vorstands gilt trotz dieser Bürde. Tsp/HB

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