Wirtschaft : Bankgesellschaft muss Entzug der Lizenz fürchten

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Die Bankgesellschaft Berlin AG fürchtet einen Lizenzentzug durch das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen. Das bestätigten Frankfurter Banker sowie Kreise des Aufsichtsrats gegenüber dem Handelsblatt. Ein Sprecher der Bank wollte dazu keine Stellung nehmen. Wie berichtet, rechnet das angeschlagene Kreditinstitut vom Berliner Alexanderplatz in diesem Geschäftsjahr mit Verlusten in einer Größenordnung von 800 Millionen Euro.

Mit den Verlusten droht die Bank unter die Eigenkapitalquote von derzeit 9,2 Prozent zu rutschen. Zwar beträgt die gesetzlich vorgeschriebene Mindestquote, welche eine Bank einhalten muss acht Prozent. Allerdings kann das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (BaKred) bei Banken mit hohen Kreditrisiken eine höhere Quote fordern und einer Bank auch die Lizenz entziehen, wenn sie diese nicht erreicht. Dem Vernehmen nach ist das BaKred bereits mit der derzeitigen Quote von 9,2 Prozent unzufrieden. Eine Sprecherin sagte, die Behörde habe aber bisher keine formelle Maßnahme gegen die Bankgesellschaft ergriffen.

Um das zu verhindern, laufen nach Informationen des Handelsblatts interne Besprechungen in der Bankgesellschaft und mit dem Land Berlin, das mit 81 Prozent Mehrheitsaktionär des Institutes ist. Vor kurzem hatte das Land seinen Anteil nach einer Kapitalspritze von rund zwei Milliarden Euro deutlich aufgestockt. Wie aus den Kreisen zu hören ist, überlegt der Berliner Senat, die Immobilientochter IBAG aus dem Konzern herauszulösen und zu übernehmen. So solle eine niedrigere Bilanzsumme und damit eine höhere Eigenkapitalquote geschaffen werden. Im Gegenzug seien die Gewerkschaften aufgefordert worden, Arbeit auf der Kostenseite zu leisten. Die Überlegungen sollen Thema der Aufsichtsratssitzung am kommenden Freitag sein. Dann will das Gremium neben den Neunmonatszahlen auch die künftige Struktur der Bank beschließen.

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