Wirtschaft : Bankgesellschaft nimmt Fonds zurück

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Die Bankgesellschaft Berlin muss ihren größten Immobilienfonds wieder vom Markt nehmen, weil keine Anleger mehr Geld in den IBV-Fonds Universal 1 investieren wollen. Wie aus Banken-Kreisen zu erfahren ist, ist der 15. November als Termin für die Rückabwicklung des 796 Millionen Euro schweren Fonds vorgesehen. Die bereits an Anleger verkauften Anteile in Höhe von angeblich 110 Millionen Euro nimmt die Bank zurück. Da die Anteilseigner eine Entschädigung erhalten und die für die Bank tätigen Vertriebe ihre Provision behalten sollen, drohen dem Konzern durch diese Operation Millionenverluste. Außerdem erhöht sich im Konzern der Bestand an Immobilien ohne konkrete Verwendung. Banken-Sprecher Herbert Beinlich bestätigte die geplante Rücknahme. Die Bank habe nicht mehr für den Erfolg bürgen können, den der Fonds einst versprochen habe.

Die Entscheidung für die Rückabwicklung und die recht großzügige Entschädigung der Anleger fiel offenbar vor dem Hintergrund der von der Bank gegebenen "Schließungsgarantie": Zum 31.Dezember hätte der Bankenkonzern die fehlenden, nicht von Anlegern aufgebrachten Millionen selbst in den Fonds einzahlen müssen. Da der Konzern bei der Finanzierung seiner Immobilientöchter ohnedies an die gesetzlich zulässige Höchstgrenze gestoßen ist, wäre damit ein Streit mit dem Bundesaufsichtsamt für Kreditwesen programmiert. Daher gab es keine Alternative zu der ersten Rückabwicklung eines öffentlich platzierten Immobilienfonds der Bankgesellschaft.

Wie hoch der Schaden sein wird, ist angesichts der vielen risikoreichen Fonds-Immobilien schwer zu beziffern: Knapp 214 Millionen Euro sollten in Entwicklung und Bebauung von Grundstücken fließen. Deren Verwertung in den Immobilientöchtern des Konzerns wird nun umso schwieriger, weil der neue Vorstand zahlreiche Mitarbeiter der Bautöchter gekündigt hat. Bereits beziffert sind im Konzern die Kosten für die Entschädigung der Anleger: Diese sollen über die Beteiligungssumme hinaus den Ausgabenaufschlag (Agio) von fünf Prozent erhalten. Außerdem sollen sie eine vierprozentige Abwicklungsentschädigung und für die Dauer der gescheiterten Beteiligung Zinsen von fünf Prozent jährlich bekommen.

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