Wirtschaft : Bankgesellschaft: Parion macht Angebot

dr/bir

Im Ringen um die Übernahme der Bankgesellschaft Berlin hat sich die Versicherungsgruppe Parion, die bisher eine Minderheitsbeteiligung an dem Bankkonzern hält, am Donnerstag eindeutig auf die Seite der Investorengruppe um den US-Investor Flowers geschlagen. Flowers habe Parion eingeladen, sich an seiner Investoren-Gruppe zu beteiligen, teilte der Versicherungskonzern am Donnerstag mit. "Dies ist die Lösung, die wir im Moment favorisieren", erklärte am Donnerstag der Vorstandsvorsitzende der Parion-Gruppe, Wolfgang Peiner.

Zwar wird sich Parion unabhängig vom Zustandekommen einer gemeinsamen Investorengruppe an der Kapitalerhöhung bei der Bankgesellschaft beteiligen, doch wird diese Beteiligung nur etwa zwölf Millionen Euro betragen. Der Anteil von Parion würde damit von 7,5 Prozent auf nur noch 2,1 Prozent zurückgehen und damit dem Anteil entsprechen, den die Bankgesellschaft an Parion hält, heißt es weiter.

Sollte hingegen das Konsortium unter Führung von Flowers "oder einem anderen Investor mit professioneller Führung" den Zuschlag bekommen, sei der Parion-Konzern bereit, mit zusätzlich 100 Millionen Euro bei der Sanierung der Bankgesellschaft einzusteigen. Der Parion-Konzern halte die Flowers-Gruppe für kompetent, die bestehenden Probleme der Bankgesellschaft dauerhaft zu lösen, so Peiner. Für Flowers spreche, dass hinter der Gruppe große deutsche und internationale Finanzdienstleister stünden. Die amerikanische Investoren-Gruppe verfüge über ausreichend finanzielle Ressourcen zur Sanierung der Bank. Sie habe auch eine klare Strategie, die auf eine klare Positionierung und Entwicklung der Bank am Standort Berlin ausgerichtet sei. Diese Strategie berücksichtige in vollem Umfang die sich abzeichnenden internationalen Marktveränderungen im Bankgeschäft. Ferner verfüge die Gruppe "über hervorragende Managementkapazitäten, die gewährleisten, dass die Top-Positionen der Bank hochrangig besetzt werden und das jahrelange Führungsproblem der Bank überzeugend gelöst wird".

Die Investorengruppe um Flowers verfüge schließlich über den Zugang zu den besten Spezialistenteams, die Parion bekannt seien, auch im Hinblick auf die Sanierung von problembehafteten Immobilien- und Kreditengagements. Schließlich, so das Lob, verfüge die Flowers-Gruppe über die notwendige Unabhängigkeit und Konsequenz, um die erforderlichen Maßnahmen zügig umzusetzen.

Die Berliner Finanzsenatorin Christiane Krajewski wollte den Vorstoß von Parion nicht kommentieren. Man nehme das Vorhaben zur Kenntnis hieß es nur. Darüber hinaus werde sowohl mit der öffentlich-rechtlichen Seite (NordLB / Sparkassen) als auch mit den privaten Interessenten (unter anderem Flowers) weiter verhandelt. Sollte bis zum Ende der Zeichnungsfrist der Aktien für die Kapitalerhöhung am 24. September kein Ergebnis vorliegen, will sich Berlin über seinen Anteil von 56,6 Prozent hinaus an der Kapitalerhöhung beteiligen, und anschließend weiter mit Interessenten sprechen. Insgesamt braucht die Bankgesellschaft rund 2,2 Milliarden Euro frisches Kapital.

Die NordLB, die ein "Interesse wahrendes Angebot" für die Bankgesellschaft abgegeben hatte, hat in der vergangenen Woche beschlossen sich mit 165 Millionen Euro an der Kapitalerhöhung zu beteiligen. Damit würde ihr Anteil von derzeit knapp 20 Prozent auf nur noch zehn Prozent sinken. Allerdings bleibt damit nach Auffassung der NordLB ihr Einfluss in der seit 1994 bestehenden "strategischen Allianz" erhalten. Zugleich hatte das Institut mitgeteilt, man wolle in Kürze in konkrete Gespräche mit Berlins Finanzsenatorin eintreten, allerdings sei das Angebot der NordLB mit den Vorstellungen der Flowers-Gruppe nicht kompatibel. Die NordLB hatte einen Zusammenschluss mit der Bankgesellschaft vorgeschlagen, bei der die NordLB die Führung einer Nordost-Landesbank anstrebt und das Berliner Sparkassengeschäft öffentlich-rechtlich unter Beteiligung weiterer Partner aus dem Sparkassenbereich fortgeführt wird.

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