Wirtschaft : Bankgesellschaft stellt Fonds-Tochter gut auf

BERLIN (mo/ball).In schwierigen Zeiten bündelt die Bankgesellschaft Berlin ihre Kräfte.Insbesondere im Immobiliengeschäft stellt sich der Konzern gut auf: Mit einer im Dezember angekündigten Kapitalerhöhung und einer Stärkung der Reserven auf insgesamt eine Mrd.DM wird die Tochter IBG die Immobilien- und Baumanagement GmbH, fit für die Zukunft gemacht.Jedenfalls für die nächsten zwei, drei Jahre habe die IBG damit Luft.Danach werde man entweder den Gang an die Börse wagen oder nach einem geeigneten Partner Ausschau halten.Dies sagte Konzernvorstand Klaus Landowsky, der das Immobiliengeschäft der Bankgesellschaft ergebnisorientiert zu verantworten hat und in Personalunion stellvertretender IBG-Aufsichtsratsvorsitzender und Vorstandssprecher der BerlinHyp ist.

Die IBG, die bundesweit ihre führende Stellung bei geschlossenen Immobilienfonds behauptet und mit 60 Prozent Marktführer im regionalen Immobiliengeschäft ist, will noch vorhandene Lücken in ihrem Dienstleistungsangebot bald schließen.In diesem Zusammenhang werde auch an die Entwicklung eigener Makleraktivitäten gedacht, erklärte der Sprecher der Geschäftsleitung, Manfred Schoeps, der aber eine ergänzende Übernahme nicht ausschloß.

Die gewöhnliche Geschäftstätigkeit im vergangenen Jahr war, so Schoeps, von Risikovorsorge geprägt.Die Rückstellungen für Mietgarantien erreichten rund 370 Mill.DM.Nach dem Wegfall des steuerlich geförderten Mietwohnungsbaus wurde die Risikovorsorge für 1998 auf 170 Mill.DM aufgestockt, nach knapp 90 Mill.DM ein Jahr zuvor; 1995 waren es erst 50 Mill.DM.Allerdings seien von den 170 Mill.DM für letztes Jahr nur 17 Mill.DM in Anspruch genommen worden, sagte der Geschäftsführer.Der Ergebnisrückgang, im gewöhnlichen Geschäft, auf knapp 54 (i.V.gut 59 ) Mill.DM sei ebenfalls darauf zurückzuführen, daß man auf mögliche Belastungen durch das Fondsgeschäft vorbereitet sein wolle.Nach Steuern hingegen stieg der Gewinn von 20,5 Mill.DM auf 24,7 Mill.DM.Der Gruppenumsatz betrug über 1,7 Mrd.DM.

Insgesamt plazierte die IBG 1998 über 4,2 Mrd.DM in geschlossenen Immobilienfonds.Mit den veränderten steuerlichen Rahmenbedingungen verlagert sich im Wohnungsbau der Investitionsschwerpunkt.So ließen sich beispielsweise Eigentumswohnungen kaum mehr als Kapitalanlage vermarkten sondern zunehmend an Selbstnutzer verkaufen.Der Trend geht dabei zu Eigenheimen, sagte Schoeps.Um das Risiko besser zu streuen, setzt die IBG zunehmend auf Akquisitionen außerhalb der Region Berlin-Brandenburg.Erwarb die Gesellschaft 1997 noch 70 Prozent aller Projekte in der Hauptstadt, waren es 1998 nur noch 22 Prozent; der Anteil soll sich 1999 um 15 Prozent stabilisieren.Auch im Ausland wird man zunehmend aktiv.So wurde bereits ein geschlossener Immobilienfonds mit US-amerikanischen und einer mit britischen Immobilien aufgelegt.Auch in Spanien suchen Mitarbeiter nach Projekten.In Amsterdam eröffnet die IBG mit der BerlinHyp noch dieses Jahr eine Niederlassung.

Die Bankgesellschaft Berlin hält nach der Fusion mit der Berliner Bank 40 Prozent des IBG-Kapitals, je 30 Prozent entfallen auf die Landesbank Berlin und die Berlin-Hannoversche Hypothekenbank AG.Von den insgesamt 1822 Mitarbeitern sind 40 Prozent im operativen Geschäft tätig.Der Anteil der Frauen erreicht 45 Prozent.

0 Kommentare

Neuester Kommentar