Wirtschaft : Bankgesellschaft stockt Beteiligung an MLP auf

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Berlin Die Bankgesellschaft Berlin wird wieder verstärkt an den Finanzmärkten aktiv. Das Institut teilte am Mittwoch mit, man halte mittlerweile 5,03 Prozent an dem Heidelberger Finanzdienstleister MLP. Die Aktien befänden sich im Handelsbestand des Instituts. Eine Sprecherin wollte jedoch keine Angaben dazu machen, wie viele Aktien zuletzt erworben wurden und wie hoch der Preis dafür war.

Die Beteiligung an einem börsennotierten Unternehmen muss erst bekannt gegeben werden, wenn sie die Fünf-Prozent-Marke überschreitet. Deshalb ist unklar, wie groß die jüngste Transaktion war. Allerdings handelt es sich offensichtlich um ein reines Finanzinvestment, da die MLP-Aktien im Handelsbestand geführt werden.

Größter MLP-Aktionär ist mit mehr als 28 Prozent der Unternehmensgründer und Aufsichtsratschef Manfred Lautenschläger, gefolgt vom ehemaligen Vorstandschef Bernhard Termühlen (rund 13 Prozent). Der Finanzdienstleister hatte in den ersten neun Monaten bei einem Umsatz von knapp 432 Millionen Euro vor Steuern rund 52,5 Millionen Euro Gewinn gemacht.

Die Bankgesellschaft war durch riskante Immobiliengeschäfte an den Rand der Pleite geraten und konnte nur durch staatliche Milliardenhilfen gerettet werden. Inzwischen macht sie im operativen Geschäft wieder Gewinn – und geht offensiver vor. Erst kürzlich hatte sie ihren Anteil an der eigenen Fondsgesellschaft BB-Invest von 50 auf 100 Prozent aufgestockt. Zuvor war die Gothaer Finanzholding mit 50 Prozent an der Fondstochter der BGB beteiligt.

Massive Kritik an den Zukäufen kam von der Berliner Grünen-Fraktion. Ihr Finanzexperte Jochen Esser bezeichnete es als „Skandal“, dass der Konzern zugleich vom Staat 2,2 Milliarden Euro wegen angeblich zu knapper Kapitalausstattung verlange. „Die können aus eigener Kraft gar nicht zukaufen, sondern sind auf öffentliches Geld angewiesen“, sagte Esser der Nachrichtenagentur dpa.dpa/hop

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