Wirtschaft : Bankgesellschaft: Vorständen droht die Kündigung

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Der Aufsichtsrat der Bankgesellschaft Berlin wird sich auf seiner Sitzung am heutigen Dienstag auch mit den noch laufenden Verträgen der beiden ehemaligen Vorstandsmitglieder Thomas Kurze und Lothar Wackerbeck befassen. Die beiden Vorstände waren zum 30. November des vergangenen Jahres auf eigenen Wunsch ausgeschieden, ihre Verträge laufen aber noch bis zum Ende dieses Jahres. Es gebe nun "Vorkommnisse", die eine Diskussion über die Verträge notwendig machten, hieß es aus Aufsichtsratskreisen. Dem Vernehmen nach kommt auch eine außerordentliche Kündigung der beiden ehemaligen Vorstandsmitglieder in Betracht. Thomas Kurze war zuletzt im Vorstand für das private Vermögensmanagement zuständig.

Weiterer Tagesordnungspunkt ist die Sabierung des Bankkonzerns. Der Aufsichtsrat geht davon aus, dass der Vorstand seine Sanierungsvorstellungen zumindest in den Grundzügen vorstellen wird. Bis zum 28. Januar muss Berlin der EU-Kommission in Brüssel ein Sanierungsprogramm für die Bankgesellschaft vorlegen, damit Brüssel Sanierungsbeihilfen für die Bankgesellschaft genehmigt. Ob konkret über den Abbau von bis zu viertausend Stellen und die Schließung von rund 100 Filialen gesprochen werde, wollte der Vorsitzende des Personalrates/Gesamtpersonalrates der Landesbank Berlin und derzeitiger amtierender Aufsichtsratsvorsitzende, Helmut Tesch, am Montag nicht sagen. Die Gewerkschaft Verdi gehe weiterhin von einem Einsparvolumen von rund 300 Millionen Euro bei den Personalkosten und 150 Millionen Euro bei den Sachkosten aus. Wie dies umgesetzt werde, müsse in den kommenden Wochen verhandelt werden. Offen sei auch, ob tatsächlich rund 100 Filialen geschlossen werden müssten. Verdi sei nach wie vor verhandlungsbereit, bei den Tarifgehältern würden jedoch keine Abstriche gemacht, hatte bereits im Vorfeld Joachim Tonndorf, Fachbereichsleiter Finanzdienstleistungen bei Verdi, erklärt.

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