Bankier-Legende : Guy de Rothschild gestorben

Der einflussreiche französische Bankier Guy de Rothschild ist am Dienstagabend im Alter von 98 Jahren gestorben.

Rothschild
Banker-Legende Guy de Rothschild (m.)Foto: AFP

ParisDer einflussreiche französische Bankier Guy de Rothschild ist tot. Wie seine Familie und die Pferderennsport-Firma France Galop bekannt gaben, starb der Patriarch der Banker-Familie am Dienstagabend im Alter von 98 Jahren. Der Baron galt als Urgestein von Frankreichs Fünfter Republik. So war er Vertrauter der Präsidenten Charles de Gaulle und Georges Pompidou. Er hinterlässt zwei Söhne, David und den unter anderem als Großaktionär der linken Pariser Zeitung "Libération" bekannten Edouard.

Guy de Rothschild wurde am 21. Mai 1909 in Paris geboren. Er zählte zu den Gaullisten der ersten Stunde und kämpfte im Zweiten Weltkrieg für die Befreiung Frankreichs. 1950 bis 1982 war er erster Präsident des jüdischen Wohlfahrtsfonds Fonds Social Juif Unifié (FSJU). Von 1967 bis 1979 leitete er die Bank Rothschild-Paris, die 1981 verstaatlicht wurde. Sein Bankkonzern hatte 1980 gut 2000 Angestellte und umgerechnet mehr als zwei Milliarden Euro Umsatz. Rothschild engagierte sich leidenschaftlich im Reitsport und gewann mit seinen Galopp-Rennpferden zahlreiche internationale Preise.

Die Rothschild-Dynastie stammt ursprünglich aus Frankfurt am Main. Seit den Tagen Napoleons ließen sich Zweige der Bankerfamilie auch in anderen Ländern nieder. Der Name seiner Familie klinge nach Geld, räumte Rothschild 1993 ein. "Heute ist die Mythologie unsere Macht sehr verblasst." Er selbst könne nicht den Schmerz der ganzen Menschheit lindern, aber niemals habe er jemanden fallen gelassen. Der auf der Pariser Seine-Insel Ile-Saint-Louis wohnende Guy de Rothschild betonte damals, er nehme allein die U-Bahn und fahre sein Auto selbst. (mit AFP)

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