BANKKUNDEN : Rosinen picken

Der Druck auf Großbanken, Sparkassen und Volksbanken im Privatkundengeschäft nimmt weiter zu. Die Kunden wenden sich mehr und mehr von ihrer Hausbank ab und schauen gezielt auf den Preis. Günstige Angebote für Tagesgeld oder für Konsumentenkredite veranlassen vor allem jüngere Kunden zum häufigeren Wechsel der Bank und dazu, bei mehreren Instituten Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. „Die Kunden picken sich die Rosinen heraus. Davon profitieren vor allem Nischenanbieter“, sagte Dirk Müller-Tronnier, Partner der Unternehmensberatung Ernst &

Young, am Dienstag in Frankfurt am Main bei der Vorlage einer Studie. Dabei wurden rund 3000 Verbraucher über ihr Verhalten bei Bankgeschäften befragt. Selbst bei geringfügig günstigeren Konditionen wechselten die Kunden heute ihre Bank. „Die nachlassende Loyalität ist eine erhebliche Gefahr für die klassischen Universalbanken“, sagte Müller-Tronnier. Vor allem jüngere und gut verdienende Kunden seien anfällig für das „Bankhopping“. Preis und Zinsen spielen zwar für 88 Prozent der Kunden eine dominierende Rolle. Allerdings legen auch 93 Prozent auf Seriosität großen Wert. Beratung ist nur für rund die Hälfte der Befragten wichtig. Universalbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken müssen nach Ansicht der Unternehmensberater mit preisgünstigen Offerten gegenhalten, um keine Kunden zu verlieren. Trotzdem rechnet Müller-Tronnier im klassischen Bankgeschäft mit weiter sinkenden Verdienstspannen. „Eine weitere Konsolidierung auf dem deutschen Bankenmarkt ist deshalb unausweichlich.“ ro

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