Wirtschaft : Banknotendrucker sucht nach Partnern

Giesecke & Devrient stößt in neue Geschäftsfelder vor / Chancen auf niederländischen Partner MÜNCHEN (tmh).Der Banknotendrucker Giesecke & Devrient (G&D) GmbH, München, hält Ausschau nach strategischen Partnern und neuen Geschäftsfeldern."Wir denken alles durch," antwortete der scheidende Firmenchef Hilmar Dosch auf die Frage, ob Kooperationen oder Beteiligungen in Frage kommen.Ein konkretes Stadium hätten die Partnerpläne aber noch nicht.Auf Suche ist das Giesecke & Devrient-Management in den Geschäftssparten Chipkarten, Banknotenbearbeitungssysteme und Banknotendruck.In Überlegung sei eine Beteiligung an der niederländischen Banknotendruckerei, ergänzte G & D-Manager Manfred Beck.Das Know how für Sicherheitsmerkmale will das Familienunternehmen in einen neuen Geschäftsbereich ummünzen und künftig die Fälschungssicherheit von Produkten wie CDs, Arzneien oder Zigaretten verbessern.Auch eine Entscheidung über den Einstieg in das Systemgeschäft steht an.Dabei geht es um die Vernetzung von Chipkarten und Terminals für Banken und Handel.Im Rahmen einer Strukturbereinigung erwägt G & D die Aufgabe der Leipziger Aktiendruckerei mit 40 Mill.DM Umsatz und 50 Mitarbeitern.Die neuen Geschäftsfelder sollen den Umsatzzuwachs in Zukunft auf zehn bis 15 (nach zuletzt sieben) Prozent jährlich heben und das Nicht-Zentralbankengeschäft innerhalb der kommenden fünf Jahr von heute 50 auf 300 Mill.DM ausbauen.Von der Einführung neuer Euro-Banknoten erwartet die Traditionsfirma dagegen kaum Umsatz- oder Ertragseffekte.Zwar übernehme G & D mit der staatlichen Bundesdruckerei für Deutschland die Erstausstattung an Euro-Noten.Das bedeute für G & D ein Volumen von bis zu 1,8 Mrd.Geldscheinen, die zwischen 1999 und 2001 gedruckt werden.Da gleichzeitig der Druck von DM-Noten auslaufe, sei kein Zusatzgeschäft zu erwarten.Die darüber hinausgehende Vergabe von Euro-Druckaufträgen sei noch nicht entschieden, sagte Dosch in München.Da die meisten der zehn europäischen Banknotendrucker als Staatsfirmen subventioniert würden, sei nicht mit hohen G & D-Aufträgen zu rechnen, so Dosch.Im laufenden Jahr sollen die Konzernerlöse von zuletzt gut 1,4 Mrd.DM wie im Vorjahr um rund sieben Prozent wachsen.Der Jahresüberschuß, der 1997 steuerlich bedingt von 82 auf 36 Mill.DM eingebrochen war, werde wegen der Vorleistungen in die angestrebten neuen Geschäftsfelder in etwa konstant bleiben.Das Münchener Traditionsunternehmen beschäftigt derzeit knapp 4500 Mitarbeiter.

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