Wirtschaft : Banque Nationale verbessert Angebot Banken folgen Druck der Anleger

PARIS (AFP). Einen Tag nach der gescheiterten Schlichtung im französischen Bankenstreit hat die Banque Nationale de Paris (BNP) am Donnerstag ein verbessertes Angebot zur Übernahme ihrer Konkurrenten Société Générale (SG) und Paribas vorgelegt. Die Aktiennotierungen der drei Geldhäuser wurden bis zum Nachmittag ausgesetzt. Ein erstes Angebot für die Übernahme der beiden Konkurrenten per Aktientausch hatte BNP Anfang März präsentiert. SG und Paribas, die kurz zuvor ihre Zweierfusion eingeleitet hatten, sehen darin einen feindlichen Übernahmeversuch. Um die BNP-Offensive abzuwehren, hatte die SG Mitte Juni ihrerseits ein verbessertes Angebot für die geplante Verschmelzung mit Paribas vorgelegt. Dieses war für die Dauer der Konsensgespräche gesperrt worden. Das nun vorliegende Angebot der BNP entspreche einer Verbesserung um fünf Prozent für die SG und um 12,4 Prozent für Paribas, gab die BNP bekannt.

Der SG bietet die BNP ein Tauschverhältnis von 15 ihrer Anteile gegen sieben SG-Aktien zuzüglich 60 Euro (117,35 DM) in bar oder wahlweise elf BNP-Aktien für fünf SG-Anteile bis zu einer Obergrenze von 30 Prozent der eingebrachten Aktien. Den Paribas-Aktionären schlägt sie 29 BNP-Anteile plus 13 Wertgarantiescheine für 20 Paribas-Anteile vor. Die französische Regierung und Notenbankgouverneur Jean-Claude Trichet hatten Druck auf die drei Banken ausgeübt, den Übernahmekampf im "nationalen Interesse" beizulegen und so Vorstöße ausländischer Großinvestoren abzublocken. Die Anleger hatten auf den staatlichen Eingriff mit Aktienverkäufen reagiert.

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