Wirtschaft : Bargeld, Karten und Reiseschecks - was ist das Richtige für Ihr Urlaubsland?

Die meisten Berliner haben schon gepackt, denn der Urlaub steht vor der Tür.Kurz vor den Sommerferien waren auch die Experten-Tips zur Urlaubskasse bei der Tagesspiegel-Telefonaktion gefragt.Wieviel Bargeld soll ich mitnehmen? In welchen Ländern kann man mit Kreditkarte und in welchen mit ec-Karte bezahlen? Was ist mit Reiseschecks? Und wichtig: Was ist zu tun, wenn Karte oder Schecks gestohlen werden? Ihre Fragen rund um die Urlaubskasse beantworteten Silke Neumann, Sprecherin der Euro Kartensysteme Eurocard und eurocheque GmbH, Gisa Warneck, Spezialistin für Geld- und Devisenhandel bei der Grundkreditbank-Köpenicker Bank sowie Michael Bruns von der Stiftung Warentest.Friederike Storz stellte eine Auswahl zusammen.



FRAGE: Was soll ich an Zahlungsmitteln in den Urlaub mitnehmen?

ANTWORT: Einen kleinen Bestand an ausländischem Bargeld für die ersten zwei Tage (50 bis 100 DM).Für das europäische Ausland zudem die ec-Karte mit Ihrer Geheimzahl sowie Eurocheques und - falls Sie eine haben - die Kreditkarte.

FRAGE: Warum keine Eurocheques im außereuropäischen Ausland?

ANTWORT: Außerhalb Europas können Sie diese grundsätzlich nicht benutzen.Die Akzeptanz von Euroschecks ist aber auch in Europa rückläufig.So verweigern Banken und Händler in Schweden, Norwegen, Frankreich und Italien die Annahme.

FRAGE: Ich brauche mexikanische Pesos.Sind die vorrätig bei der Bank?

ANTWORT: Nicht unbedingt.Exotische Währungen sollten Sie rechtzeitig bestellen.Aber eigentlich ist es nicht ratsam, diese hier zu kaufen, da der Kurs im Ausland wesentlich günstiger ist.

FRAGE: Soll ich lieber hier oder erst am Urlaubsort Bargeld umtauschen?

ANTWORT: In Schwachwährungsländern am besten vor Ort, das ist günstiger.Der Kursvergleich zwischen Banken und Wechselstuben lohnt sich.Erkundigen Sie sich auch vorher bei der heimischen Bank nach dem aktuellen Kurs.

FRAGE: Ich habe noch thailändische Bath, kann ich die zurücktauschen?

ANTWORT: Sorten zurückzutauschen ist immer ungünstig, da Sie einen wesentlich schlechteren Kurs bekommen.Kleine Beträge nehmen die Banken ungern zurück.Geben Sie das fremde Geld am besten am Urlaubsort aus.

FRAGE: Kann ich mit der Kreditkarte im Ausland Bargeld abheben?

ANTWORT: Ja, aber die Gebühren betragen zwei Prozent des abgehobenen Betrages (mindestens 10 DM).Die Kreditkarte ist ja eigentlich auch als Bargeldersatz gedacht.Seit kurzem können Sie aber auch mit der ec-Karte im Ausland Bargeld bekommen.Dafür werden nur 5 DM berechnet.Achten Sie auf das Maestro-Logo auf Ihrer Karte.

FRAGE: Ich fliege in die USA, wie kann ich dort bezahlen?

ANTWORT: Nehmen Sie Dollar-Reiseschecks (Stückelung 20,50, 500 und 1000 Dollar) mit, die Sie dort wie Bargeld verwenden können, und auf jeden Fall Ihre Kreditkarte.Gut sind auch Ein-Dollar-Noten (für Trinkgelder).

FRAGE: Kann ich im Restaurant auf Gran Canaria mit Kreditkarte bezahlen?

ANTWORT: Bestimmt.Spanien ist neben Frankreich und Großbritannien das stärkste europäische "Kartenland".

FRAGE: Wo bewahre ich die Urlaubskasse am sichersten auf?

ANTWORT: Möglichst auf mehrere Personen und Orte (Brustbeutel, Geldgürtel, Koffer, Hotelsafe...) verteilt.Lassen Sie Schecks und Karten auf keinen Fall im Auto, denn damit handeln Sie "grob fahrlässig" und haften im Falle eines Verlustes voll.

FRAGE: Was mache ich, wenn meine Kredit- oder ec-Karte verloren gehen oder gestohlen werden?

ANTWORT: Möglichst schnell sperren lassen.Denn erst nach der Sperrung sind Sie von der Haftung befreit.Bis dahin haften Sie bei der Kreditkarte bei einem Mißbrauch mit maximal 100 DM.Die Sperrnummer für gestohlene Kreditkarten können Sie Tag und Nacht anrufen: (Eurocard: 069/79331910, Visa-Card: 0130/814910, American Express: 069/75761000) - auch aus dem Ausland (0049 für Deutschland wählen und die Null der Vorwahl weglassen).Die Notruf-Nummer für ec-Karten ist die 069/740987.

FRAGE: Und wenn Reiseschecks gestohlen werden?

ANTWORT: Melden Sie den Verlust unverzüglich bei der Bank oder bei einem Büro des Anbieters, American Express oder Thomas Cook.Beim Kauf der Reiseschecks erhält jeder Kunde zudem eine Notrufkarte mit Sperrnummern.Wichtig: Auch die Nummern der Reiseschecks unbedingt notieren und getrennt aufbewahren.

FRAGE: Gibt es Länder, in denen Kreditkarten nicht akzeptiert werden?

ANTWORT: Kreditkarten werden weltweit in über 200 Ländern akzeptiert.In einigen osteuropäischen Ländern ist die Akzeptanz allerdings noch nicht so gut ausgebaut.Bei einigen Ländern empfiehlt es sich, zwei verschiedene Kreditkarten mitzunehmen - bei welchen, erfragen Sie am besten bei der Bank.

FRAGE: Kann ich meinen Mietwagen mit der Kreditkarte bezahlen?

ANTWORT: Selbstverständlich.Es empfiehlt sich aber vor jeder Reise, sich bei der Bank nach der Höhe des persönlichen Verfügungsrahmens zu erkundigen und diesen gegebenenfalls erhöhen zu lassen.Er liegt in der Regel bei 10 000 DM.Denn bedenken Sie: Schon die Anfrage des Autovermieters zur Bonität des Kunden wird auf den Verfügungsrahmen angerechnet, und dann ist der Rahmen schnell erschöpft.

FRAGE: Zu welchem Kurs rechnet die Kreditkartengesellschaft ab?

ANTWORT: Zum günstigeren Devisenbriefkurs, der auch für Reiseschecks und ec-Karten gilt.Bei Bargeld bekommen Sie dagegen nur den meist schlechteren Tages-Sortenkurs.

FRAGE: Mein 15jähriger Sohn fährt nach Spanien in Urlaub.Was gebe ich ihm mit?

ANTWORT: Bargeld und Reiseschecks in Peseten, die bekommt er auch schon mit 15 Jahren.

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