Wirtschaft : Barmer handelt Rabatte aus Erste Kasse schließt Vertrag mit Pharmafirmen

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Berlin Die Finanzmisere zwingt die gesetzlichen Krankenkassen zu drastischen Maßnahmen zur Eindämmung der Arzneimittelausgaben. Die Barmer Ersatzkasse will bis zu 300 Millionen Euro dadurch einsparen, dass ihre Versicherten statt teurer Originalpräparate gleichwertige Generika- Medikamente erhalten. Außerdem sollen teure neue Präparate, die sich nach Expertenmeinung in ihrer Wirkung kaum von preiswerteren ähnlichen Medikamenten unterscheiden, nicht mehr verordnet werden, kündigte Barmer-Chef Eckart Fiedler an. Diese Scheininnovationen machen die Kassen für einen großen Teil des Anstiegs der Arzneimittelausgaben um 21 Prozent im ersten Quartal verantwortlich.

Als erste der mehr als 200 gesetzlichen Kassen hat die Barmer dazu mit den fünf großen Generika- Herstellern Ratiopharm, Hexal, Stadapharm, Betapharm und Sandoz Rabattverträge abgeschlossen. Danach gewähren die Unternehmen Barmer-Versicherten einen Preisnachlass von bis zu drei Prozent auf den Umsatz des vergangenen Jahres. Für jede Medikamentenpackung, die sie Dank der Kooperation mit der Barmer 2005 zusätzlich absetzen können, wird ein Nachlass von bis zu zehn Prozent bezogen auf den Herstellerabgabepreis gewährt.

Einen ähnlichen Rabattvertrag hatten die Ortskrankenkassen bereits im vergangenen Jahr mit einem Unternehmen abgeschlossen. Er scheiterte daran, dass die Apotheker damals nicht bereit waren, Produkte des Vertragsunternehmens bevorzugt an AOK-Versicherte abzugeben, wenn der Arzt das Präparat einer anderen Firma mit gleichem Wirkstoff auf das Rezept geschrieben hatte. Dazu sind sie nach der „Aut-Idem-Regelung“ des Sozialgesetzbuchs berechtigt. Hier fahren die Apotheker nun einen anderen Kurs. pt/HB

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