Wirtschaft : Basel II: BDI warnt vor hoher Kreditbelastung

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Die neuen Baseler Eigenkapitalregeln für Banken (Basel II) bringen gravierende Veränderungen für die Unternehmensfinanzierung. Der industrielle Mittelstand muss eine hohe Anpassungsfähigkeit beweisen und auch umdenken. Diese Einschätzung liefert der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) in einer Stellungnahme an das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (BaKred). Kritisch merkt der Verband an, dass die neuen Strukturen sehr komplex seien. Dadurch werde es den Firmen erschwert, Schwachstellen zu identifizieren. Grundsätzlich unterstützt der BDI den Kerngedanken von Basel II, bei den Eigenkapitalanforderungen stärker zu differenzieren. Statt nur pauschal Eigenkapital zu binden, soll künftig nach dem Ausfallrisiko der ausgelegten Kredite unterschieden werden. Der BDI lobt dies als marktgerechteren Ansatz, der allerdings zu einer Spreizung der Kreditmargen führen könnte. Für bonitätsschwache Unternehmen bedeute dies, dass sich ihre Finanzierungskosten erhöhen könnten. Dies sei nicht von vornherein zu kritisieren. Denn dadurch entstehe vielleicht auch ein heilsamer Druck, etwas zu unternehmen, um die eigene Bonität und damit die Einstufung der Bank zu verbessern.

"Unbedingt vermieden werden muss jedoch, dass einer generellen Verteuerung des Firmenkredits Vorschub geleistet wird" fordert der BDI. Details des Regelwerks deuteten darauf hin. Diese Befürchtung hatten auch schon die Verbände der Kreditwirtschaft geäußert. Von der Aufsicht wird gekontert, dass man sich noch in der Konsultationsphase befinde. Konkrete Aussagen über die künftige Höhe der Eigenkapitalanforderungen seien derzeit nur begrenzt möglich, hatte das BaKred am 5. April erklärt. Die Anhörung der Kreditwirtschaft dauert bis Ende Mai. Auch wenn Details der Regelungen noch unklar sind, sollten sich die Unternehmen heute bereits auf die neuen Grundbedingungen einstellen.

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