Wirtschaft : BASF AG: Der Chemie-Konzern steht vor dem Verkauf seiner Pharma-Sparte. Hauptinteressent ist Abbott

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Die BASF AG scheint zum Rückzug aus dem Pharmageschäft entschlossen. Verhandlungen mit dem amerikanischen Konzern Abbott Laboratories sind offenbar weit vorangeschritten. Doch waren nach Informationen aus Unternehmenskreisen bis Donnerstagabend noch nicht alle Details geklärt. Voraussichtlich am Freitagmorgen wird der BASF-Konzern nach Angaben aus Unternehmenskreisen den Verkauf seines Pharmageschäfts bekannt geben, nachdem der Aufsichtsrat am Donnerstag in Ludwigshafen zu Beratungen zusammengekommen war. Der US-Gesundheitskonzern Abbott Laboratories kündigte für Freitag eine Mitteilung zu seinem Pharma-Geschäft an. BASF lehnte eine Stellungnahme ab.

Die BASF-Aktie legte gestern gegen den Trend erneut um ein Prozent auf 46,65 zu, während die Abbott-Aktie im frühen New Yorker Handel fast vier Prozent verlor.

Experten vermuten seit langem, BASF werde das Pharma-Geschäft verkaufen, das weniger als ein Zehntel des Konzernumsatzes und einen Weltmarktanteil von 0,7 Prozent erreicht. Nach Informationen aus aufsichtsratsnahen Kreisen geht der Vorstand von einem geschätzten Verkaufswert von 14 bis 16 Milliarden Mark aus. Analysten zufolge könnte BASF den Erlös für einen Zukauf zum Beispiel im Pflanzenschutz sowie zum Schuldenabbau verwenden. Die Sparte könne für einen US-Konzern interessant sein, der in Europa expandieren wolle.

Die Pläne der BASF unterstreichen den seit Jahren anhaltenden Trend zur Trennung von Pharma- und Chemieaktivitäten. So gab der amerikanische Chemiekonzern DuPont am Donnerstag bekannt, seine Pharmasparte abzuspalten. In Deutschland plant Degussa bereits seit mehr als einem Jahr, seine Pharmatochter Asta Medica zu veräußern.

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