Wirtschaft : BASF-Aktie so teuer wie noch nie

Überraschend deutliche Dividendenerhöhung – Chemie und Pflanzenschutz mit guten Aussichten

Siegfried Hofmann

Frankfurt am Main - Mit Plänen für eine deutlich erhöhte Ausschüttung an die Aktionäre demonstriert das Management der BASF Zuversicht für die kommenden Jahre. Der Ludwigshafener Konzern, die Nummer eins der Chemiebranche, will seine Dividende überraschend stark von zwei auf drei Euro je Aktie anheben und bis Ende 2008 außerdem weitere Aktien im Umfang von drei Milliarden Euro zurückkaufen.

„Die Ankündigung demonstriert deutlich das erhöhte Maß an Vertrauen in die Fähigkeit, über den Konjunkturzyklus hinweg Cash zu generieren“, heißt es in einem Kommentar von JP Morgan. Die BASF-Aktie war mit einem Plus von sechs Prozent Tagesgewinner im Dax und schloss auf einem neuen Allzeit-Hoch von 79,94 Euro.

Dabei fiel die unmittelbare Prognose von Firmenchef Jürgen Hambrecht für 2007 nur behutsam optimistisch aus. Trotz des Rückgangs der Ölpreise und daraus resultierenden Belastungen im Öl- und Gasgeschäft habe man den Ehrgeiz, „beim Ergebnis vor Sondereinflüssen mindestens den Rekordwert des Jahres 2006 wieder zu erreichen“.

Angetrieben von abermals stürmischen Zuwächsen im Öl- und Gasgeschäft sowie höheren Kunststofferträgen verbuchte der Konzern 2006 einen operativen Rekordgewinn von 6,7 Milliarden Euro. Bereinigt um Belastungen für Restrukturierungen und andere „Sondereinflüsse“ errechnet sich laut BASF ein Gewinn von 7,2 Milliarden Euro, während der Nettogewinn noch um knapp sieben Prozent auf 3,2 Milliarden Euro zulegte.

Motor ist eine Kombination aus günstiger Konjunktur, Kostensenkung, Konzernumbau und steigenden Ölpreisen. Die Öl- und Gassparte legte auch 2006 noch einmal um rund ein Drittel zu und trug mit 3,2 Milliarden Euro fast die Hälfte zum ausgewiesenen Betriebsgewinn bei. Bereinigt um die Ertragssteuern liegt der Ertragsanteil der Sparte bei etwa einem Drittel. Angesichts rückläufiger Erdölpreise dürften die Erträge im kommenden Jahr allerdings unter Druck geraten. Hambrecht geht von einem Durchschnittspreis von 55 Dollar je Barrel gegenüber 65 Dollar im Vorjahr aus.

Diese Einbußen indessen hofft der Konzern durch steigende Chemieerträge zu kompensieren. Positive Beiträge dürften unter anderem geringere Restrukturierungskosten sowie der Ergebnisbeitrag der 2005 neu erworbenen Unternehmen Engelhard und Degussa Bauchemie leisten. Deutliche Verbesserungen erwartet Hambrecht auch für die Sparte Pflanzenschutz, die 2006 unerwartet schwach abgeschnitten hatte. HB

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