Wirtschaft : BASF: Ausschau nach weiteren Übernahmen

shf/bef

Die BASF-Gruppe will ihr Chemiegeschäft verstärken und plant dazu weitere Übernahmen. Das machte Vorstandsvorsitzender Jürgen Strube im Gespräch mit dem Handelsblatt deutlich. Ausbauen will Europas größter Chemie-Konzern vor allem den klassischen Chemiebereich, die Spezialchemie und die Sparte Pflanzenschutz. "Bei Insektiziden sind wir weit von dem entfernt, was wir erreichen wollen", sagte Strube. Chancen zum Kauf könne die erwartete Neuordnung der japanischen Chemieindustrie bieten. Ferner bekundet der BASF-Chef Interesse an Teilen der Agrosparte von Aventis, die der deutsch-französische Pharmakonzern abgeben oder an die Börse bringen will. Ein kompletter Erwerb von Aventis CropScience kommt für die BASF aus kartellrechtlichen Gründen aber nicht in Betracht. Wachstumschancen sieht Strube auch in der Spezialitätenchemie und bei technischen Kunststoffen.

Hintergrund der BASF-Pläne ist der globale Wandel in der Chemieindustrie, der durch Fusionen und Übernahmen sowie durch die Trennung von Geschäftsbereichen gekennzeichnet ist. Viele Unternehmen spürten erst jetzt den Zwang, sich auf Kerngeschäfte zu konzentrieren, sagte Strube. Dies eröffne BASF die Möglichkeit, Pläne zügiger umzusetzen, als es nur mit Wachstum aus eigener Kraft möglich wäre. Bereits im letzten Jahr hat sich der Konzern verstärkt, unter anderem durch die Sparte Superabsorber (Windelfüllungen) des US-Anbieters Chemdal und die Pflanzenschutz-Aktivitäten von American Home Products. Zusätzlichen finanziellen Spielraum dürfte die BASF mit dem geplanten Verkauf ihrer Pharmasparte für 6,9 Milliarden Dollar an den US-Konzern Abbott gewinnen.

Analysten beurteilen die BASF-Pläne als logische Strategie, erinnern aber daran, dass sich viele Zukäufe innerhalb der Branche nicht gerechnet hätten. "Die Investoren werden genau hinschauen, was die BASF mit ihrem Geld macht", sagt Anthony Cox von Dresdner Kleinwort Benson. Analysten von Goldman Sachs befürchten, dass Chemiekonzerne wie BASF durch eine EuroStärke an Wettbewerbsfähigkeit einbüßen.

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