Wirtschaft : BASF baut wieder Genkartoffel an Zwei Hektar in Sachsen-Anhalt vorgesehen

Marc Strehler (dpa)

Limburgerhof/Üplingen - Der Chemiekonzern BASF wird seine umstrittene, genveränderte Stärkekartoffel Amflora auch in diesem Jahr wieder in Deutschland anbauen. In Üplingen in Sachsen-Anhalt sei eine Fläche von zwei Hektar für den Anbau vorgesehen, teilte die BASF- Tochter Plant Science am Montag im pfälzischen Limburgerhof mit. Außerdem sollen in Schweden wieder Amflora-Knollen angepflanzt werden. Die Fläche wird nach Angaben eines Sprechers im Vergleich zum Vorjahr verringert. Der Anbau diene der Vermehrung des Pflanzguts. Für die kommerzielle Nutzung soll Amflora demnach erst 2013 wieder angebaut werden.

Der Anbau in Üplingen wird zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Innovativer Landwirte (InnoPlanta) und der BioTechFarm GmbH umgesetzt, die in dem Ort auch einen Schaugarten zur grünen Gentechnik betreibt. Der Verein InnoPlanta sieht es als seine Aufgabe an, Bedenken gegenüber der grünen Gentechnik zu entkräften. „Am Feld kann man auch gentechnikkritischen Teilen der Bevölkerung gut zeigen, worum es geht“, sagte der InnoPlanta-Vorsitzende Uwe Schrader.

2010 war die Kartoffel in Deutschland nur im Müritzkreis in Mecklenburg-Vorpommern angebaut worden, auf einer Fläche von rund 15 Hektar. Dort hatte es wiederholt Proteste von Gentechnikgegnern gegeben; einmal wurden auch Pflanzen aus dem Boden gerissen. Dieses Jahr wird es dort keinen Anbau geben. „Es kann aber durchaus sein, dass wir in den nächsten Jahren wieder etwas dort machen“, sagte der BASF-Sprecher.

Die Amflora produziert im Gegensatz zu herkömmlichen Kartoffeln nur eine von zwei Stärkesorten, die sogenannte Amylopektinstärke. Dadurch wird vor der Verwendung der Stärke etwa in der Papier- oder Klebstoffherstellung keine aufwendige Trennung der beiden Stärkesorten notwendig. So soll die Verarbeitung günstiger werden, wirbt BASF.

Auch in Tschechien war die Amflora im vergangenen Jahr auf etwa 150 Hektar angebaut worden. Dort seien mehr als 1000 Tonnen an Stärke für die Weiterverarbeitung gewonnen worden, sagte der BASF- Sprecher. In Schweden hatte es im vergangenen Jahr eine Panne gegeben. Dort waren auf einem Amflora-Feld versehentlich auch Kartoffeln der nicht zugelassenen genveränderten Sorte Amadea angebaut worden. Die Pflanzen waren bei der Aufzucht bei der BASF vertauscht worden, wie sich herausstellte.

Nach der Reduzierung in diesem Jahr sollen die Amflora-Anbauflächen in den kommenden Jahren wieder ausgeweitet werden, kündigte der BASF-Sprecher an. Die EU-Kommission hatte Amflora Anfang 2010 für den kommerziellen Anbau zugelassen. Marc Strehler (dpa)

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