Wirtschaft : BASF-Gewinn klettert um 27 Prozent

Vor allem das Ausland trägt zum Wachstum bei / Hoher Währungsprofit / Weniger Mitarbeiter

LUDWIGSHAFEN (dpa).Der Ludwigshafener Chemieriese BASF peilt auch 1998 neue Gewinn- und Umsatzrekorde an."In unseren Hauptmärkten Europa, Nordamerika und Asien stehen die Zeichen auf Wachstum", sagte der Vorstandsvorsitzende der BASF AG, Jürgen Strube, am Donnerstag in Ludwigshafen.Die vollen Auftragsbücher ließen einen guten Start ins nächste Jahr erwarten, zumal nun auch in Deutschland eine Nachfragebelebung spürbar sei. Schon 1997 wird der Konzernumsatz die Marke von 50 (1996: 48,8) Mrd.DM deutlich übertreffen.Bereits in den ersten neun Monaten kam es zu einem Plus von 14,8 Prozent auf 41,5 Mrd.DM.Parallel dazu stieg der Gewinn vor Steuern um 12,4 Prozent auf 3,79 Mrd.DM.Konzernchef Strube ließ offen, ob der Gewinn diesmal die Fünf-Milliarden-Marke übersteigt, kündigte aber eine Dividendenanhebung in Richtung zwei DM an.Für 1996 waren 1,70 (1,40) DM pro Aktie ausgeschüttet worden. Neben der weltweit günstigen Chemiekonjunktur rechnet der Vorstand damit, 1998 die positiven Effekte der mittlerweile verbesserten Konkurrenz- und Exportfähigkeit voll einfahren zu können.Das gewinnträchtigste Segment Chemikalien erreichte in den ersten drei Quartalen 1997 bereits eine betriebliche Rendite von 40 Prozent.Der Gewinn verbesserte sich auf 1,5 (1,2) Mrd.DM.Zusammen mit Fina soll nun auch in Texas eine der weltgrößten Cracker für Petrochemieprodukte gebaut werden. Die Sparte Öl und Gas mit der Tochter Wintershall legte beim Umsatz sogar um 27 Prozent zu und verbesserte den Betriebsgewinn um 40 Prozent auf 442 Mill.DM.Dagegen sieht es im Pharmasektor mit einem Jahresumsatz von vier Mrd.DM düster aus.Während die großen Konkurrenten Hoechst und Bayer gerade auf diesem Sektor ihre Riesenerträge einfahren, berichtete Strube von einem "Gewinn nahe null".Allein 188 Mill.DM kostete ein Vergleich mit US-Patienten im Zusammenhang mit dem Schilddrüsen-Präparat Synthroid.Hinzu kamen Markteinführungskosten für drei neue Medikamente. Von der insgesamt stürmischen Entwicklung der BASF-Gruppe sind jedoch kaum neue Arbeitsplätze zu erwarten."Die Chancen für eine Aufhellung sind nicht sehr groß", dämpfte Strube alle Hoffnungen. Bis Ende September ging die Konzernbelegschaft um 2,4 Prozent auf 106 502 Personen zurück ­ hauptsächlich durch den Verkauf der Magnetband-Tochter an eine koreanische Firma. In der AG und damit am Stammsitz Ludwigshafen hielt sich der Personalabbau im Jahresvergleich mit 0,2 Prozent auf 45 229 Mitarbeiter in engen Grenzen.Für die Muttergesellschaft besteht bis Ende 2000 eine Beschäftigungsgarantie für 39 000 bis 41 000 Mitarbeiter.

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