Wirtschaft : BASF: Ölpreis treibt den Gewinn in die Höhe

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Der gestiegene Ölpreis treibt auch die Gewinne des Ludwigshafener Chemiekonzerns BASF in die Höhe. "Unser Öl- und Gasgeschäft entwickelt sich immer mehr zu einer Perle im BASF-Portfolio", sagte Vorstandschef Jürgen Strube bei der Vorlage der Neun-Monats-Zahlen am Donnerstag. Nach Angaben des Konzerns legte der Umsatz von Januar bis September um 25,3 Prozent auf 26,6 Milliarden Euro (rund 52 Milliarden Mark) zu. Die BASF-Aktie sank am Donnerstag zur Kasse um 2,25 Punkte auf 42,80 Euro.

Während andere Chemie- und Pharmakonzerne unter den extrem gestiegenen Ölpreisen leiden, profitiert die BASF vom boomenden Geschäft ihrer Öl- und Gas-Tochter Wintershall. Die Gewinne aus der Öl- und Gas-Sparte stiegen in den ersten neun Monaten um 136 Prozent auf 865 Millionen Euro (rund 1,7 Milliarden Mark).

Damit macht der Überschuss in diesem Segment bereits mehr als ein Drittel des gesamten Betriebsergebnisses aus. Für den Konzern wurde es mit 2,3 Milliarden Euro (plus 77 Prozent) nach den ersten drei Quartalen angegeben. Auch ohne die Sonderentwicklung im Ölgeschäft wird die BASF-Gruppe von der weltweit günstigen Chemiekonjunktur getragen. Nach einem Wachstum von 4,5 Prozent im laufenden Jahr werde die Branche 2001 weltweit nochmals vier Prozent zulegen können, prognostizierte BASF-Chef Jürgen Strube.

Vor diesem Hintergrund deutete Finanzvorstand Max Dietrich Kley eine Anhebung der Dividende für 2000 an. Der Gewinn je Aktie werde "nicht unerheblich" das 99er Niveau von zwei Euro übertreffen. Hinzu kommt eine bereits angekündigte Sonderdividende von 0,70 Euro.

Für das Gesamtjahr 2000 rechnet Strube mit einem Rekordumsatz von 35 (1999: 29,5) Milliarden Euro. In dem enormen Zuwachs spiegeln sich allerdings auch die stark gestiegenen Ölpreise sowie die Preiserhöhungen für Chemikalien, Kunststoffe, Fasern und Farbmittel von mehr als zehn Prozent wider. Fraglich ist derzeit noch, ob auch der Rekordgewinn des Jahres 1998 mit 2,77 (1999: 2,61) Milliarden Euro vor Steuern übertroffen werden kann.

Belastet wird die 2000er BASF-Bilanz vor allem durch die Eingliederung der US-Firma American Cyanamid, der von American Home Products erworbenen Agrarchemie. Sie schlug im dritten Quartal allein mit 306 Millionen Euro negativ zu Buche. Die gesamten Sonderbelastungen für 2000 werden auf knapp 200 Millionen Euro veranschlagt. Stark steigen dürfte auch der Zinsaufwand, die Finanzschulden wurden um 6,3 Milliarden Euro aufgestockt wurden.

"Unter den deutschen Chemieunternehmen profitiert die BASF am stärksten von der Chemiekonjunktur", sagte Analystin Petra Meyer vom Bankhaus Sal. Oppenheim. Die Zahlen seien insgesamt nicht überraschend gewesen. Auch Oliver Günter, Chemie-Analyst bei der Bankgesellschaft Berlin, zeigte sich wenig überrascht. Nur der Pflanzenschutz liege etwas unter den Erwartungen. Der leichte Kursverlust sei kein Grund zur Beunruhigung. Günter: "Die Bewegung liegt im Rahmen der normalen Volatilität."

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