Wirtschaft : BASF spürt Aufschwung

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Europas größter Chemiekonzern BASF blickt nach einem verhaltenen Jahresbeginn optimistisch in die Zukunft. "Wir spüren den Frühling in unseren Auftragsbüchern" sagte Vorstandschef Jürgen Strube am Dienstag auf der 50. ordentlichen Hauptversammlung in Mannheim. Die Weichen für einen moderaten Aufschwung seien gestellt. Im ersten Quartal fiel das BASF-Ergebnis besser aus als erwartet. An der Börse legte die Aktie am Dienstag zeitweise um mehr als vier Prozent zu und war damit Tagessieger im Dax-30.

BASF gibt sich deutlich zuversichtlicher als Konkurrent Bayer, der auf seinem Aktionärstreffen vor wenigen Tagen noch keine Anzeichen für einen durchgreifenden Aufschwung ausmachte. Zwar verbuchte BASF im ersten Quartal einen Ergebniseinbruch vor Sondereinflüssen um 15 Prozent auf 818 Millionen Euro. Der Chemiekonzern lag damit aber über den niedrigen Erwartungen der Analysten, die im Durchschnitt sogar mit einem Rückgang um 28 Prozent gerechnet hatten. Der Umsatz ging um 11,3 Prozent auf 8,239 Milliarden Euro zurück. Erwartet worden war ein Erlös zwischen 8,78 und 8,04 Milliarden Euro. Insgesamt hätten alle Segmente im ersten Quartal schwarze Zahlen geschrieben, sagte Strube.

Für das Gesamtjahr 2002 bekräftigte BASF seine Prognose eines verbesserten Betriebsergebnisses bei gleichbleibendem Umsatz zum Vorjahr. Die Kapazitätsauslastung habe an wichtigen Standorten wieder zugenommen. Für das zweite Quartal erwartet der BASF-Chef, das Umsatz- und Ergebnisniveau des Jahresauftakts halten zu können. Ob es jedoch ein kontinuierlicher Aufschwung werde, oder ob jetzt stark verringerte Vorräte aufgefüllt würden, sei noch nicht klar zu erkennen. Vor einer konkreten Ergebnisprognose für 2002 drückte sich BASF ebenso wie Bayer. Nach dem schwierigen Jahr 2001 sieht Strube Erfolge der eingeleiteten Umbau- und Sparmaßnahmen. Die Kosten sanken um 250 Millionen Euro. Dieses Jahr sollen es 700 Millionen Euro werden. "Wir streben an, die Aufwendungen für Sondereinflüsse 2002 deutlich unter jenen des Vorjahres zu halten." Die Maßnahmen kosteten seit Ende 2001 insgesamt 942 Arbeitsplätze.

Zu Spekulationen, dass BASF ihr Insektizidgeschäft durch einen Zukauf von der Bayer-Sparte verstärken wolle, erklärte Strube nur: "Wir wollen uns grundsätzlich in diesem Geschäftsfeld verbessern". Bayer hatte kürzlich aus Brüssel grünes Licht für die Übernahme des Pflanzenschutzgeschäfts von Aventis erhalten, muss aber einen Teil davon wieder verkaufen. Darunter ist auch das Insektenvernichtungsmittel Fipronil.

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