Wirtschaft : BASF und Gasprom fördern gemeinsam Gas Schröder und Putin würdigen „historischen“ Vertrag

-

Berlin Der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF wird sich als erstes ausländisches Unternehmen an der Gasförderung in Russland beteiligen. Ein entsprechender Vertrag mit dem russischen Energiekonzern Gasprom wurde am Montag zum Auftakt der Hannover Messe in Anwesenheit von Bundeskanzler Gerhard Schröder und Präsident Wladimir Putin unterzeichnet. Beide nannten die Vereinbarung „historisch“. Auch Fachleute begrüßten das Abkommen: „Das bedeutet einen Schritt zu mehr Sicherheit in der Energieversorgung“, sagte Manuel Frondel, Energieexperte des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), dem Tagesspiegel.

Dem Vertrag zufolge wollen beide Firmen gemeinsam das sibirische Gasfeld Jushno Russkoje erschließen. Im Gegenzug soll Gasprom an der Vermarktung von Gas in Europa beteiligt werden. Zudem ist eine Kooperation beim Bau einer nordeuropäischen Gaspipeline durch die Ostsee geplant. Jushno Russkoje gilt als das größte nicht erschlossene Gasfeld auf dem russischen Festland, 30 Milliarden Kubikmeter Gas werden hier vermutet.

„Ein Drittel des gesamten deutschen Gasverbrauchs könnte aus diesem Feld gedeckt werden“, sagte Roland Götz, Energieexperte bei der Stiftung Wissenschaft und Politik. „Das ist nicht zu unterschätzen.“ Zwar lasse sich durch den Vertrag zwischen BASF und Gasprom die Versorgung in Deutschland nicht komplett sichern. „Aber natürlich werden so die Energiebeziehungen der beiden Länder besser miteinander verzahnt.“

Auch Deutschlands größter Energieversorger Eon hat sich eine rund 25-prozentige Beteiligung an Jushno Russkoje gesichert. Dies teilten Eon und Gasprom in Hannover mit. Im Gegenzug könne sich Gasprom an Aktivitäten von Eon im europäischen Gas- und Stromvertrieb beteiligen. Eon und Gasprom hatten im Sommer 2004 eine Absichtserklärung über ihre Zusammenarbeit unterzeichnet. Die erzielte Einigung sei „ein wichtiger Schritt“ bei der Umsetzung, sagte Eon- Chef Wulf Bernotat. Auch Gasprom- Chef Alexej Miller zeigte sich zufrieden. RWI-Experte Frondel erwartet, dass noch andere deutsche Unternehmen dem Beispiel folgen. „Gasprom hat für notwendige Investitionen nur wenige Mittel“, sagte Frondel. „Die Russen brauchen das ausländische Geld, um neue Gasfelder zu erschließen.“ awm

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben