Wirtschaft : BASF und Gasprom: neue Kooperation

LUDWIGSHAFEN (AFP).Der Chemiekonzern BASF wird sich als erstes deutsches Unternehmen an der Erkundung und Ausbeutung von Erdöl- und Gasvorkommen in Rußland beteiligen.Wie BASF am Freitag in Ludwigshafen mitteilte, soll nächste Woche ein Abkommen mit dem russischen Energieriesen Gasprom besiegelt werden.Beide Konzerne arbeiten seit fast zehn Jahren zusammen, bislang aber nur bei Lieferung und Handel von Erdgas.Nun will BASF über die Konzerntochter Wintershall erstmals direkt auf dem russischen Energiemarkt tätig werden.Ein Wintershall-Sprecher bestätigte, daß die künftige Kooperation ein "milliardenschweres" Volumen habe, wollte aber keine konkreten Zahlen nennen.Die russischen Energiereserven zählen zu den größten der Welt.BASF-Chef Jürgen Strube und Gasprom-Chef Rem Wjachirew wollen sich laut Angaben am Mittwoch in Ludwigshafen treffen, um den Kooperationsvertrag zu unterzeichnen.Er soll neben gemeinsamen Förderaktivitäten auch Projekte im Chemiebereich vorsehen.BASF und Gasprom betreiben gemeinsam den Versorger Wingas und das Handelshaus WIEH.Wingas investierte bislang 4,5 Mrd.DM in Deutschland, so die BASF.Der größte Teil des Geldes wurde für den Aufbau eines inzwischen 1600 Kilometer umfassenden Pipelinesystems verwendet.An der Pipeline wird nach wie vor gebaut - derzeit vor allem in Ostdeutschland, um das bei Frankfurt (Oder) ankommende Gas aus Rußland nach Westen weiterzuleiten.Gasprom, weltweit größter Gasexporteur und -produzent arbeitet auch eng mit der Essener Ruhrgas AG zusammen, mit der sie umfangreiche Lieferbeziehungen unterhält und kapitalmäßig verflochten ist.Eine ähnliche Kapitalbeteiligung stehe derzeit bei BASF nicht zur Diskussion, betonte Firmensprecher Marc Cyrus Vogel.Die Zusammenarbeit von BASF und Gasprom habe eine "andere Qualität" als die Kooperation des russischen Partners mit Ruhrgas.

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