Wirtschaft : BASF wird erst im kommenden Jahr wieder wachsen

LUDWIGSHAFEN (rtr).Der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF AG erwartet in diesem Jahr einen Gewinnrückgang.Grund dafür seien die weltweite Wachstumsschwäche und der starke Preisdruck."Wir sind mit dem Start 1999 nicht zufrieden", sagte Vorstandschef Jürgen Strube am Montag auf der Bilanzpressekonferenz in Ludwigshafen.In den ersten beiden Monaten sei der Umsatz um einen zweistelligen Prozentsatz hinter dem Vorjahresniveau zurückgeblieben.Für das Gesamtjahr erwartet Strube dennoch einen Umsatz auf Vorjahreshöhe.Das Konzernergebnis werde im laufenden Jahr trotz eines umfangreichen Kostensenkungs-Programms niedriger ausfallen.Im vorigen Jahr hatte BASF noch ein Rekordergebnis erzielt.

Für das Jahr 2000 rechnet Strube wieder mit einem deutlichen Umsatzanstieg und einem besseren Ergebnis.Wachstumsimpulse seien dann aus Südostasien, Südamerika und Westeuropa zu erwarten, sagte der BASF-Vorstandsvorsitzende.Die bereits im vierten Quartal 1998 eingetretenen kräftigen Umsatz- und Ergebniseinbrüche bei Grundchemikalien sowie im Öl- und Gasgeschäft haben sich in der Bilanz des BASF-Konzerns für das abgelaufene Jahr niedergeschlagen.So sank der Betriebsgewinn um 3,9 Prozent auf 5,13 (5,34) Mrd.DM.

Allein im vierten Quartal schrumpfte das Betriebsergebnis im Konzern um 30 Prozent auf 1,1 Mrd.DM.Der Umsatz ging um 3,1 Prozent auf 54,1 (55,78) Mrd.DM zurück.Der Jahresüberschuß der BASF stieg dennoch um 2,7 Prozent auf das Rekordniveau von 3,32 (3,23) Mrd.DM.Die Aktionäre erhalten eine Rekorddividende von 2,20 DM je Aktie.Sollten die Steuerreformpläne der Bundesregierung zu einem Wegfall der Steuergutschrift für deutsche Aktionäre führen, will die BASF nach Angaben Strubes aus eigener Tasche für Ausgleich sorgen.

Im laufenden Jahr wird die Entwicklung des BASF-Konzerns nach Strubes Aussagen durch die Steuerpläne der Regierung belastet.Es fehle an verläßlichen Planungsgrundlagen für Investitionen in Deutschland, klagte der Vorstandschef.Über mehr Personal in Deutschland werde der Konzern nur nachdenken, wenn die nun personell veränderte Regierung die Unternehmen wirklich entlaste.Dennoch äußerte sich Strube zuversichtlich, in diesem Jahr ein im internationalen Vergleich zufriedenstellendes Ergebnis aus dem laufenden Geschäft zu erreichen.

Unter den einzelnen Geschäftsfeldern schnitt der Bereich Gesundheit und Ernährung der BASF 1998 mit einem Umsatzplus von elf Prozent auf knapp zehn Mrd.DM und einem Zuwachs beim Betriebsergebnis auf 750 (680) Mill.DM am besten ab.In diesem Jahr sollen Umsatz und Ergebnis weiter steigen.Dagegen sank der Umsatz bei Farbmitteln und Veredelungsprodukten um fünf Prozent auf 12,1 Mrd.DM, während das Betriebsergebnis auf 1,26 (0,94) Mrd.DM zulegte.Im Bereich Chemikalien ging der Umsatz im vorigen Jahr um fünf Prozent auf 10,1 Mrd.DM zurück, das Betriebsergebnis sank auf 1,86 (2,2) Mrd.DM.Für diese Sparte rechnet BASF in diesem Jahr aufgrund der Asienkrise mit einem schlechteren Ergebnis.Die Sparte Kunststoffe und Fasern weitete den Umsatz im vergangenen Jahr um zwei Prozent auf 14,8 Mrd.DM aus und steigerte den Betriebsgewinn auf 1,05 (0,72) Mrd.DM.Der Bereich Öl und Gas litt deutlich unter den niedrigen Rohölpreisen: Der Umsatz schrumpfte um 16 Prozent auf 5,3 Mrd.DM, das Betriebsergebnis sank auf 540 (926) Mill.DM.Für dieses Jahr erwartet die BASF zwar weiter niedrige Rohölpreise, wegen des zunehmenden Erdgasanteils aber ein leicht steigendes Ergebnis.

Akquisitionspläne verfolgt der Konzern im Pharmageschäft und in Japan.Im Pharma-Sektor kaufe BASF aber nur, wenn das Unternehmen eine angemessene Rendite verspreche."In Japan interessieren uns größere Akquisitionen schon", sagte Strube.Verhandlungen würden derzeit aber nicht geführt.Bei dem zum Verkauf stehenden Bereich Spezialchemikalien der britischen Zeneca hat die BASF nach Angaben Strubes nur Interesse an Teilaktivitäten, nicht aber an einer Übernahme der gesamten Sparte.

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